Letztes Wochenende war ich auf einem Tanzfestival im Norden Portugals. Obwohl es mein erstes Festival war, ahnte ich, dass ich nicht der Typ für sowas bin. Viele Menschen gibt es da, kein Bett, provisorische Toiletten und Duschen und wenn es dann auch noch regnet jede Menge Matsch und ein feuchtes Zelt. Und für mich als Misanthropen, Waschfanatiker und Schlafneurotiker (nicht zu kurz, nicht zu lang; nicht zu kalt, nicht zu warm; nicht zu hart, nicht zu weich...) gab es genügend Unbequemlichkeitspotenzial. Das Interessante und Wunderbare ist, es hat mir überhaupt nix ausgemacht. Und das lag natürlich am Tanzen!
Es war eine unglaublich tolle Erfahrung!
Tagsüber gab es immer etwa 5 Tanzworkshops parallel und abends 2 Konzerte parallel von 21 Uhr abends bis 3 oder 4 Uhr früh (also 4-5 Konzerte hintereinander). Es gab also reichlich Gelegenheit, neue Musik, neue Kulturen, neue Tänze, neue Bewegungen - und neue Muskeln - kennenzulernen. Ich hab orientalischen Tanz ausprobiert und war fasziniert. Gar nicht so einfach Arm-, Bein-, Hüft-, Schulter- und Handbewegungen zu koordinieren. Und dabei dann auch noch Lächeln...
Außerdem hab ich bei einem Hip Hop Workshop zugeguckt. Ja, es ist tatsächlich Tanz! Und es ist sogar anstrengend und verlangt ne Menge Körperbeherrschung. Also wenn die Leute so lässig aussehen, beruht das auf hartem Training.
Im Gegensatz dazu kann jeder die traditionellen portugiesischen Tänze relativ einfach lernen. Ich kannte ja schon einige von meinem Tanzkurs in Évora. Und ich finde es toll, dass solche Traditionen gepflegt und erhalten werden. Mir ist aufgefallen, dass ich inzwischen mehr portugiesische Tänze kenne als deutsche. Da besteht also Nachholbedarf!
Bei den traditionellen afrikanischen Tänzen hab ich auch mitgemacht. Unglaublich! Man springt von einem Fuß auf den anderen, wirft die Arme, Hände und Kopf in alle möglichen - und unmöglichen - Richtungen und kann dabei so richtig schön bescheuert aussehen. Es ist völlig egal und keiner achtet drauf. Weil alle nur zu dem einen Grund dort sind: Tanzen! Loslassen! Eins sein mit seinem eigenen Körper! Und nach zwei Stunden ist man klitschnass geschwitzt und der Nacken tut nicht mehr weh! Seit dem Weihnachtsurlaub!
Ein absolut geniales Wochenende!
Meine ganz persönlichen, äußerst subjektiven, manchmal nicht ganz ernst gemeinten Gedanken über das Leben (fast) am Rande des Kontinents, und überhaupt
Posts mit dem Label Portugiesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Portugiesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 29. Juli 2011
Hochzeit
... oder standesamtliche Trauung auf Portugiesisch
Vorige Woche hatte ich die Ehre, Trauzeuge bei der standesamtlichen Vermählung zweier Freunde zu sein. Sie ist Russin und er ist Franzose. Es war also keine typisch portugiesische Hochzeit, die wohl üblicherweise eher kirchlich gefeiert werden. Einige Wochen vor der Zeremonie mussten die beiden die ganzen Dokumente einreichen, darunter auch Kopien der Pässe der Trauzeugen (ich und Pavan, ein Inder).
Am großen Tag hatte sich eine kleine Gruppe von knapp 20 Leuten vor dem Standesamt eingefunden, davon nur zwei Portugiesen, von denen die Hälfte auch noch minderjährig war. ;) Zuerst wurden wir, das Brautpaar und die Trauzeugen, im Büro des Standesamtes um die Bestätigung unserer Daten und der Aussprache unserer Namen gebeten. Danach durften alle ins Trauzimmer. In dem typisch alentejanisch gekachelten Raum gab es etwa 10 Stühle. Das Brautpaar und die Standesbeamtin haben sich also an den Tisch gesetzt, der mit einem verstaubten, traurigen Kunstblumengesteck verziert war. Alle anderen standen drum herum.
Nachdem die Standesbeamtin nach der Portugiesenquote gefragt hatte, entschied sie sich, die Zeremonie in Englisch zu halten. Vielleicht war es deswegen so kurz. Sie nahm Notizen zur Hilfe um die gesetzlichen Verpflichtungen der Ehe nach portugiesischem Gesetz darzulegen, und hat das gut hinbekommen. Nur beim Nachnamen der Braut brauchte sie einen zweiten Anlauf und meinte, ihr Russisch sei nicht so gut ;) Danach las sie die Namen der Trauzeugen vor - meinen zuerst - sie guckte, ob ich auch wirklich da bin, ich hob die Hand, sie nickte. Danach Pavan: Name vorlesen, gucken, nicken... ach nein doch nicht (wir hatten einen zweiten Inder im Publikum versteckt). Dann fragte sie die Brautleute die entscheidende Frage und beide antworteten mit Ja. Und dann meinte sie zum Brautpaar: Also wenn sie wollen, können sie jetzt hier unterschreiben, fürs Foto. Aber ich gebe ihnen sowieso gleich einen anderen Zettel mit dem gleichen Inhalt (die Namen und Daten der Brautleute und der Trauzeugen) und eine Unterschrift brauchen wir da nicht.
Danach ging sie ins Nebenzimmer, um die Urkunde fertig zu machen. Derweil unterschrieb die Braut den Zettel - fürs Foto. Aber irgendwas fehlte noch. Pavan hatte immer noch die Ringe einstecken. Ich machte ihn drauf aufmerksam und den Rest - Ringe austauschen und Braut küssen und so - haben wir ohne die Standesbeamtin durchzeremoniert. Sie kam dann wieder und brachte die Unterlagen. Danach war es auch schon wieder vorbei.
Ich nehme an, dass die 'Zeremonie' so nüchtern war, weil es in Portugal eher üblich ist, auch kirchlich zu heiraten und dort die eigentliche Hochzeit stattfindet. Und dann geht man nur noch aufs Standesamt um zu... hmm... was eigentlich? Ich hätte jetzt fast 'unterschreiben' geschrieben. Aber das war ja nur fürs Foto. Nicht mal die Trauzeugen mussten irgendetwas unterschreiben und auch der Bräutigam meinte, dass er während des gesamten Prozesses kein einziges Dokument unterschrieben hat und dass er sich irgendwie veralbert fühlt. Und auch ich hatte mich so gefreut auf die Pflicht eines Trauzeugen! Nicht mal ausweisen mussten wir uns dort.
Vorige Woche hatte ich die Ehre, Trauzeuge bei der standesamtlichen Vermählung zweier Freunde zu sein. Sie ist Russin und er ist Franzose. Es war also keine typisch portugiesische Hochzeit, die wohl üblicherweise eher kirchlich gefeiert werden. Einige Wochen vor der Zeremonie mussten die beiden die ganzen Dokumente einreichen, darunter auch Kopien der Pässe der Trauzeugen (ich und Pavan, ein Inder).
Am großen Tag hatte sich eine kleine Gruppe von knapp 20 Leuten vor dem Standesamt eingefunden, davon nur zwei Portugiesen, von denen die Hälfte auch noch minderjährig war. ;) Zuerst wurden wir, das Brautpaar und die Trauzeugen, im Büro des Standesamtes um die Bestätigung unserer Daten und der Aussprache unserer Namen gebeten. Danach durften alle ins Trauzimmer. In dem typisch alentejanisch gekachelten Raum gab es etwa 10 Stühle. Das Brautpaar und die Standesbeamtin haben sich also an den Tisch gesetzt, der mit einem verstaubten, traurigen Kunstblumengesteck verziert war. Alle anderen standen drum herum.
Nachdem die Standesbeamtin nach der Portugiesenquote gefragt hatte, entschied sie sich, die Zeremonie in Englisch zu halten. Vielleicht war es deswegen so kurz. Sie nahm Notizen zur Hilfe um die gesetzlichen Verpflichtungen der Ehe nach portugiesischem Gesetz darzulegen, und hat das gut hinbekommen. Nur beim Nachnamen der Braut brauchte sie einen zweiten Anlauf und meinte, ihr Russisch sei nicht so gut ;) Danach las sie die Namen der Trauzeugen vor - meinen zuerst - sie guckte, ob ich auch wirklich da bin, ich hob die Hand, sie nickte. Danach Pavan: Name vorlesen, gucken, nicken... ach nein doch nicht (wir hatten einen zweiten Inder im Publikum versteckt). Dann fragte sie die Brautleute die entscheidende Frage und beide antworteten mit Ja. Und dann meinte sie zum Brautpaar: Also wenn sie wollen, können sie jetzt hier unterschreiben, fürs Foto. Aber ich gebe ihnen sowieso gleich einen anderen Zettel mit dem gleichen Inhalt (die Namen und Daten der Brautleute und der Trauzeugen) und eine Unterschrift brauchen wir da nicht.
Danach ging sie ins Nebenzimmer, um die Urkunde fertig zu machen. Derweil unterschrieb die Braut den Zettel - fürs Foto. Aber irgendwas fehlte noch. Pavan hatte immer noch die Ringe einstecken. Ich machte ihn drauf aufmerksam und den Rest - Ringe austauschen und Braut küssen und so - haben wir ohne die Standesbeamtin durchzeremoniert. Sie kam dann wieder und brachte die Unterlagen. Danach war es auch schon wieder vorbei.
Ich nehme an, dass die 'Zeremonie' so nüchtern war, weil es in Portugal eher üblich ist, auch kirchlich zu heiraten und dort die eigentliche Hochzeit stattfindet. Und dann geht man nur noch aufs Standesamt um zu... hmm... was eigentlich? Ich hätte jetzt fast 'unterschreiben' geschrieben. Aber das war ja nur fürs Foto. Nicht mal die Trauzeugen mussten irgendetwas unterschreiben und auch der Bräutigam meinte, dass er während des gesamten Prozesses kein einziges Dokument unterschrieben hat und dass er sich irgendwie veralbert fühlt. Und auch ich hatte mich so gefreut auf die Pflicht eines Trauzeugen! Nicht mal ausweisen mussten wir uns dort.
Samstag, 2. April 2011
Das Leben ist zum Tanzen da
Im Januar hab ich angefangen, einen Tanzkurs zu besuchen. Der nennt sich "Tänze der Welt" (Danças do Mundo) und macht einfach Spaß! Wir lernen auch Paartänze aber vor allem Kreistänze und Quadrillen und so was. Der Kurs läuft natürlich etwas anders als die typische deutsche Tanzstunde. Den Grundschritt im Wiener Walzer zum Beispiel hab ich zu Hause folgendermaßen gelernt (und gelehrt): Der Herr beginnt rechts vorwärts, die Dame links rückwärts. Man stelle sich ein Viereck vor und geht rück-seit-schließen und vor-seit-schließen (als Dame). Später lernt man, nicht zu große Schritte zu machen, die geschlossene Tanzhaltung, Körperspannung, Drehungen und andere Figuren (mit zig-facher Wiederholung - erst getrennt nach Geschlecht und dann als Paar - und mit Winkelangaben ;) ). Am Ende weiß jeder genauestens, was er - theoretisch - wann zu tun hat. Und nach ein wenig Übung macht es sogar richtig Spaß!
Hier ist das ein bisschen anders. Ich verstehe nicht alles, was unsere Tanzlehrerin sagt, aber das ist nicht schlimm. Die wichtigsten Vokablen (rechts, links, vor, zurück, nach außen, nach innen) kann ich schon. Bei der Erklärung zum Grundschritt im Wiener Walzer kommen die aber gar nicht vor. Sie fängt einfach an zu zählen: 1-2-3 1-2-3... und macht irgendwas mit ihren Füßen - im Takt natürlich. Und siehe da: nach etwas Übung können am Ende auch alle Walzer tanzen. Die komplexeren Figuren sind auf diese Weise natürlich nicht zu erklären, aber für den 'Hausgebrauch' reicht es allemal.
Auf diese Weise hab ich jetzt schon Polka, polnische, portugiesische und afrikanische Mazurka und irgendwas schottisches gelernt. Und dazu natürlich viele verschiedene Kreis- und Linientänze (die dann aber nicht mehr ohne rechts, links, vor, zurück, nach außen, nach innen auskommen).
Hier ist das ein bisschen anders. Ich verstehe nicht alles, was unsere Tanzlehrerin sagt, aber das ist nicht schlimm. Die wichtigsten Vokablen (rechts, links, vor, zurück, nach außen, nach innen) kann ich schon. Bei der Erklärung zum Grundschritt im Wiener Walzer kommen die aber gar nicht vor. Sie fängt einfach an zu zählen: 1-2-3 1-2-3... und macht irgendwas mit ihren Füßen - im Takt natürlich. Und siehe da: nach etwas Übung können am Ende auch alle Walzer tanzen. Die komplexeren Figuren sind auf diese Weise natürlich nicht zu erklären, aber für den 'Hausgebrauch' reicht es allemal.
Auf diese Weise hab ich jetzt schon Polka, polnische, portugiesische und afrikanische Mazurka und irgendwas schottisches gelernt. Und dazu natürlich viele verschiedene Kreis- und Linientänze (die dann aber nicht mehr ohne rechts, links, vor, zurück, nach außen, nach innen auskommen).
Montag, 21. Februar 2011
Ich mag Portugal! Wirklich!
Ich mag Lissabon und Porto,
ich mag die vielen Festungen und Burgen, die man hier überall entdecken kann,
ich mag die sanft hügelige Landschaft des Alentejo,
ich mag die kleinen Gassen und weiß gestrichenen Häuser,
ich mag die handliche Größe von Évora,
ich mag die Ruhe nachts,
ich mag die relativ saubere Luft die ich in dieser relativ kleinen, unterentwickelten Stadt atmen kann,
ich mag das Wetter (manchmal),
ich mag meine Freunde hier (auch wenn die nicht mehr mit Portugal zu tun haben als ich)
...
Aber... (Ich glaube, an dieser Stelle sollte ich einfach aufhören. Es ist so schön soweit.)
Eine Sache, die mich hier guten Mutes immer wieder nach vorn blicken lässt, was mich antreibt und mich aufrichtet ist das Joggen. Allerdings ist es auch das, was mich immer wieder niederschmettert und zu Boden drückt. Nicht so sehr das Laufen an sich, als die Reaktion meiner Mitmenschen darauf. An das Glotzen hab ich mich ja mittlerweile gewöhnt. Meine neueste Technik dagegen ist komplette Ignoranz. Ich gucke die Menschen auf der Straße gar nicht mehr an. Ich behandle sie, als wären sie Luft. Und das nicht nur, wenn ich laufen bin. Schlimm, oder? (Auslandsaufenthalte sind gut für die sogenannten soft skills, oder? Arroganz und Egoismus haben bei mir schon sehr profitiert...)
Die Portugiesen mögen es jedenfalls gar nicht, ignoriert zu werden. Manche begnügen sich mit merkwürdigen Geräuschen, um auf sich aufmerksam zu machen. Andere rufen einem Beleidigungen hinterher; und es sind nicht nur Männer. Dabei ist es eher von Nachteil, dass ich immer mehr verstehen kann.
Liest das hier jemand mit Portugal-Erfahrung? Und ich meine nicht Urlaub. Helft mir doch mal. Ich WILL nicht glauben, dass diese Menschen oberflächlich, widerlich oder einfach nur dumm sind.
ich mag die vielen Festungen und Burgen, die man hier überall entdecken kann,
ich mag die sanft hügelige Landschaft des Alentejo,
ich mag die kleinen Gassen und weiß gestrichenen Häuser,
ich mag die handliche Größe von Évora,
ich mag die Ruhe nachts,
ich mag die relativ saubere Luft die ich in dieser relativ kleinen, unterentwickelten Stadt atmen kann,
ich mag das Wetter (manchmal),
ich mag meine Freunde hier (auch wenn die nicht mehr mit Portugal zu tun haben als ich)
...
Aber... (Ich glaube, an dieser Stelle sollte ich einfach aufhören. Es ist so schön soweit.)
Eine Sache, die mich hier guten Mutes immer wieder nach vorn blicken lässt, was mich antreibt und mich aufrichtet ist das Joggen. Allerdings ist es auch das, was mich immer wieder niederschmettert und zu Boden drückt. Nicht so sehr das Laufen an sich, als die Reaktion meiner Mitmenschen darauf. An das Glotzen hab ich mich ja mittlerweile gewöhnt. Meine neueste Technik dagegen ist komplette Ignoranz. Ich gucke die Menschen auf der Straße gar nicht mehr an. Ich behandle sie, als wären sie Luft. Und das nicht nur, wenn ich laufen bin. Schlimm, oder? (Auslandsaufenthalte sind gut für die sogenannten soft skills, oder? Arroganz und Egoismus haben bei mir schon sehr profitiert...)
Die Portugiesen mögen es jedenfalls gar nicht, ignoriert zu werden. Manche begnügen sich mit merkwürdigen Geräuschen, um auf sich aufmerksam zu machen. Andere rufen einem Beleidigungen hinterher; und es sind nicht nur Männer. Dabei ist es eher von Nachteil, dass ich immer mehr verstehen kann.
Liest das hier jemand mit Portugal-Erfahrung? Und ich meine nicht Urlaub. Helft mir doch mal. Ich WILL nicht glauben, dass diese Menschen oberflächlich, widerlich oder einfach nur dumm sind.
Mittwoch, 29. September 2010
Von Gestern
Ich war gerade joggen. Da kann man so schön nachdenken. Wenn mich etwas beschäftigt oder aufregt, hilft es eigentlich meistens, eine Runde zu rennen. Dann ist der Kopf wieder frei und man kann beruhigt ins Bett gehen, ohne das Problem in selbigem durchdenken zu müssen. Heute hatte ich viel zu denken. Und nach einer Stunde, in der ich überhaupt nicht gemerkt habe, dass ich laufe, war ich irgendwie noch nicht fertig damit. Falls ich also irgendwann einen Halbmarathon laufen will, muss ich mir vorher nur ein Problem anlachen und ein paar Wochen schmoren lassen - das hält dann schon für 2-3 Stunden. ;) Damit ich nachher trotzdem wie gewohnt schnell einschlafen kann, muss ich es eben noch aufschreiben.
Ihr habt sicher schon mal vom Charme südländischer Männer gehört. Genau das ist mein Problem. Ich habe ja nichts gegen Männer, die mir Komplimente machen. Aber das ist mir hier meines Wissens auch noch nicht passiert (außer gelegentlich von Männern, die ich kenne und die nicht zwingend Südländer sind). Hier starren sie einen an, sie glotzen, sie hupen, sie rufen einem aus fahrenden Autos zweifelhafte Bemerkungen zu. Ich gebe zu, dass ich die Worte, die sie da rufen, nicht verstehe. Aber der Tonfall und die Art und Weise (aus fahrenden Autos...) sprechen eine deutliche Sprache. Es sind die Jüngeren, die sich so lautstark bemerkbar machen. Männer mittleren und höheren Alters beschränken sich aufs visuelle Grabschen (sorry, es fällt mir kein besserer Ausdruck ein, das zu beschreiben) oder eine gemurmelte Bemerkung im Vorbeigehen. Natürlich nur, wenn sie meinen, die Ehefrau merkts nicht. Damit liegen sie natürlich meist falsch und ich ziehe somit auch die geringschätzigen Blicke der Frauen mittleren Alters auf mich.
Ehe hier ein falsches Bild entsteht: Es sind natürlich nicht alle so. Und ich glaube fest daran, dass es liebe und nette Portugiesen gibt, die sich anständig benehmen. Aber vorsichtig geschätzt trifft es auf etwa ein Viertel der Männer zu. Es passiert also nicht ab und zu mal, sondern mehrmals täglich. Jedenfalls das Glotzen. Zurufe bekomme ich etwa einmal die Woche. Und das zerrt ganz schön an meinen Nerven! Ich werde paranoid, glaube alle starren mich an, ich lächle nicht mehr, wenn ich die Straße entlang gehe - es könnte ja missverstanden werden, ich werde verbittert und freue mich, meine Wohnungstür hinter mir schließen zu können. Laufen ist für mich oft nicht mehr Entspannung sondern eher ein Spießrutenlauf. Aber ich will doch mein Lächeln, meine positive Einstellung und mein Bemühen um Vorurteilsfreiheit nicht aufgeben! :(
Wie machen das also die portugiesischen Frauen? Passiert denen das nicht? Stört die das nicht? Ich hab das mal beobachtet. (Nein, ich hab niemanden angestarrt dabei!)
Die Männer glotzen! Ganz offen! Aber nicht ins Gesicht oder auf die schönen langen Haare, die die meisten jungen Frauen hier haben - falls ihr versteht, was ich meine...
Bei mir kommt dann wahrscheinlich noch erschwerend hinzu, dass ich anders bin. Portugiesische Frauen joggen nicht, sie tragen keinen Rucksack zum Einkaufen, sie fahren nicht Fahrrad (ehrlich!). Gut, ich will nicht wieder alle über einen Kamm scheren. Das haben sie sicher nicht verdient - das hat niemand - aber es ist äußerst selten. Von meiner Radtour am Samstag hatte ich ja kurz berichtet. Ich habe (für Portugal) relativ viele andere Radfahrer getroffen unterwegs, etwa 20 vielleicht. Und 0% davon waren Frauen - und nein, es fehlt keine 1, 2 oder 3 davor!
Ich werde jetzt noch ein wenig Bram Stokers Dracula lesen, um mein aufgewühltes Gemüt zu beruhigen ;) Ein sehr gutes Buch übrigens! Danke der großzügigen Schenkerin :)
Ihr habt sicher schon mal vom Charme südländischer Männer gehört. Genau das ist mein Problem. Ich habe ja nichts gegen Männer, die mir Komplimente machen. Aber das ist mir hier meines Wissens auch noch nicht passiert (außer gelegentlich von Männern, die ich kenne und die nicht zwingend Südländer sind). Hier starren sie einen an, sie glotzen, sie hupen, sie rufen einem aus fahrenden Autos zweifelhafte Bemerkungen zu. Ich gebe zu, dass ich die Worte, die sie da rufen, nicht verstehe. Aber der Tonfall und die Art und Weise (aus fahrenden Autos...) sprechen eine deutliche Sprache. Es sind die Jüngeren, die sich so lautstark bemerkbar machen. Männer mittleren und höheren Alters beschränken sich aufs visuelle Grabschen (sorry, es fällt mir kein besserer Ausdruck ein, das zu beschreiben) oder eine gemurmelte Bemerkung im Vorbeigehen. Natürlich nur, wenn sie meinen, die Ehefrau merkts nicht. Damit liegen sie natürlich meist falsch und ich ziehe somit auch die geringschätzigen Blicke der Frauen mittleren Alters auf mich.
Ehe hier ein falsches Bild entsteht: Es sind natürlich nicht alle so. Und ich glaube fest daran, dass es liebe und nette Portugiesen gibt, die sich anständig benehmen. Aber vorsichtig geschätzt trifft es auf etwa ein Viertel der Männer zu. Es passiert also nicht ab und zu mal, sondern mehrmals täglich. Jedenfalls das Glotzen. Zurufe bekomme ich etwa einmal die Woche. Und das zerrt ganz schön an meinen Nerven! Ich werde paranoid, glaube alle starren mich an, ich lächle nicht mehr, wenn ich die Straße entlang gehe - es könnte ja missverstanden werden, ich werde verbittert und freue mich, meine Wohnungstür hinter mir schließen zu können. Laufen ist für mich oft nicht mehr Entspannung sondern eher ein Spießrutenlauf. Aber ich will doch mein Lächeln, meine positive Einstellung und mein Bemühen um Vorurteilsfreiheit nicht aufgeben! :(
Wie machen das also die portugiesischen Frauen? Passiert denen das nicht? Stört die das nicht? Ich hab das mal beobachtet. (Nein, ich hab niemanden angestarrt dabei!)
Die Männer glotzen! Ganz offen! Aber nicht ins Gesicht oder auf die schönen langen Haare, die die meisten jungen Frauen hier haben - falls ihr versteht, was ich meine...
Bei mir kommt dann wahrscheinlich noch erschwerend hinzu, dass ich anders bin. Portugiesische Frauen joggen nicht, sie tragen keinen Rucksack zum Einkaufen, sie fahren nicht Fahrrad (ehrlich!). Gut, ich will nicht wieder alle über einen Kamm scheren. Das haben sie sicher nicht verdient - das hat niemand - aber es ist äußerst selten. Von meiner Radtour am Samstag hatte ich ja kurz berichtet. Ich habe (für Portugal) relativ viele andere Radfahrer getroffen unterwegs, etwa 20 vielleicht. Und 0% davon waren Frauen - und nein, es fehlt keine 1, 2 oder 3 davor!
Ich werde jetzt noch ein wenig Bram Stokers Dracula lesen, um mein aufgewühltes Gemüt zu beruhigen ;) Ein sehr gutes Buch übrigens! Danke der großzügigen Schenkerin :)
Sonntag, 19. September 2010
Nichtmeinfahrrad
(Folgendes hab ich gestern Abend aufgeschrieben.)
Trotz dass ich grad nicht so gut drauf bin, hat mich heute einer meiner Nachbarn ganz schön zum Lachen gebracht. Also nicht er selbst war so lustig, sondern mehr, was ihm passiert ist.
Er klingelt also an meiner Tür und soweit ich das erkennen konnte, hat er vorher auch schon bei denen gegenüber geklingelt. Er stellt sich vor als einer der Nachbarn weiter oben und fragt mich, ob ich ein Fahrrad habe, was ich natürlich bejahe. Dann erzählt er mir etwas von einem Fahrrad, das aber nicht seins ist. Aber den Sinn der Geschichte verstehe ich nicht. Ich sage ihm also, dass ich nicht so gut portugiesisch spreche. Er nickt verstehend und wiederholt seine Geschichte. Leider hat sich mein Portugiesisch in den wenigen Sekunden nicht signifikant verbessert. Ich sage ihm, dass ich ihn nicht verstehe. Da er so verzweifelt guckt, frage ich ihn, ob er denn englisch kann. 'More or less.' sagt er darauf und wiederholt sein Anliegen in nicht so schlechtem Englisch mit ein paar Brocken Portugiesisch zwischendrin und will noch wissen, welche Farbe mein Rad hat.
Und hier kommts:
Er hat ein Fahrrad in seinem Abstellraum unterm Dach stehen. Das gehört ihm aber nicht. Und er hat keine Ahnung, wer ihm das da rein gestellt hat.
Es ist nicht silbergrau, also nicht meins, ich geh aber trotzdem mal lieber nach oben und gucke, ob meins noch da ist (es ist). Und gucke mir das wunderbar aufgetauchte Rad an, komplett mit Helm und Rucksack. Und er erzählt mir, dass das erste, was er gemacht hat, nachdem er das festgestellt hat, war, das Schloss an der Tür auszutauschen. Vielleicht hätte er das nicht machen sollen und es hätte irgendwann nochmal jemand was reingestellt :D
Jetzt wunderts mich auch nicht mehr, warum ich die Geschichte nicht gleich verstanden hab. Ich könnte mir jetzt einfach einbilden, dass es an der Abwegigkeit der Begebenheit lag und nicht an meinen unterentwickelten Portugiesischkenntnissen. ;)
Und hier noch ein Zitat, passend dazu, von meinen nicht-portugiesischen Kollegen: "In Évora (wahlweise auch Portugal) ist alles möglich! Im Guten und im Schlechten!"
(Recht haben sie, das merkt man hier schnell - als Ausländer.)
Trotz dass ich grad nicht so gut drauf bin, hat mich heute einer meiner Nachbarn ganz schön zum Lachen gebracht. Also nicht er selbst war so lustig, sondern mehr, was ihm passiert ist.
Er klingelt also an meiner Tür und soweit ich das erkennen konnte, hat er vorher auch schon bei denen gegenüber geklingelt. Er stellt sich vor als einer der Nachbarn weiter oben und fragt mich, ob ich ein Fahrrad habe, was ich natürlich bejahe. Dann erzählt er mir etwas von einem Fahrrad, das aber nicht seins ist. Aber den Sinn der Geschichte verstehe ich nicht. Ich sage ihm also, dass ich nicht so gut portugiesisch spreche. Er nickt verstehend und wiederholt seine Geschichte. Leider hat sich mein Portugiesisch in den wenigen Sekunden nicht signifikant verbessert. Ich sage ihm, dass ich ihn nicht verstehe. Da er so verzweifelt guckt, frage ich ihn, ob er denn englisch kann. 'More or less.' sagt er darauf und wiederholt sein Anliegen in nicht so schlechtem Englisch mit ein paar Brocken Portugiesisch zwischendrin und will noch wissen, welche Farbe mein Rad hat.
Und hier kommts:
Er hat ein Fahrrad in seinem Abstellraum unterm Dach stehen. Das gehört ihm aber nicht. Und er hat keine Ahnung, wer ihm das da rein gestellt hat.
Es ist nicht silbergrau, also nicht meins, ich geh aber trotzdem mal lieber nach oben und gucke, ob meins noch da ist (es ist). Und gucke mir das wunderbar aufgetauchte Rad an, komplett mit Helm und Rucksack. Und er erzählt mir, dass das erste, was er gemacht hat, nachdem er das festgestellt hat, war, das Schloss an der Tür auszutauschen. Vielleicht hätte er das nicht machen sollen und es hätte irgendwann nochmal jemand was reingestellt :D
Jetzt wunderts mich auch nicht mehr, warum ich die Geschichte nicht gleich verstanden hab. Ich könnte mir jetzt einfach einbilden, dass es an der Abwegigkeit der Begebenheit lag und nicht an meinen unterentwickelten Portugiesischkenntnissen. ;)
Und hier noch ein Zitat, passend dazu, von meinen nicht-portugiesischen Kollegen: "In Évora (wahlweise auch Portugal) ist alles möglich! Im Guten und im Schlechten!"
(Recht haben sie, das merkt man hier schnell - als Ausländer.)
Montag, 13. September 2010
Der Nächste bitte
Heute hab ich nicht ganz so feierlich die Balkonsaison eröffnet! (Ist das eigentlich einen Anti-Aliteration? Also Balkonsaison?) Nicht dass man tagsüber draußen sitzen könnte (wenn man, so wie ich einen Südseitenbalkon hat), nein! Aber frühstücken kann ich jetzt dort und Abendessen auch, wenn es, so wie heute, mal wieder später wird. Heute früh hab ich mir nämlich einen Balkonstuhl gekauft. Einen Plastiktisch hatte ich noch 'im Keller' stehen, von meiner Vermieterin. Einen eigentlichen Keller gibt es nicht, aber ich hab einen Abstellraum unterm Dach, wo auch die Waschmaschine steht und wo ich noch einen weiteren Balkon habe zum Wäsche trocknen. :) Man könnte also Boden sagen, aber da die Waschmaschine drin steht, geht das Wort dafür nicht so ganz in meinen Kopf. Außerdem hat ein Boden aus Holz zu sein. In Portugal werden aber die Dächer meist betoniert. Es kommt also kein Boden-Feeling auf.
Doch zurück zum Stuhl. Ich wollte so einen tollen, bei dem man die Lehne verstellen kann, der also sowohl zum am-Tisch-Sitzen als auch zum Rumlümmeln-und-Buch-Lesen geeignet ist; am besten noch mit so flexiblem Plastik- oder Textilmaterial als Lehne und Sitzfläche. Gar nicht so einfach! So einen Stuhl gibt es hier nicht. Jedenfalls nicht in den Geschäften, in denen ich war. Am Ende bin ich dann ganz verzweifelt in den China-Markt gegangen und hab mir einen ganz normalen Klappstuhl gekauft. Der hat aber zumindest das richtige Material. Und er ist grün :) Dafür ist der Mond heute rot, seh ich grad. Ich bin heute sehr abschweifig. Ich hoffe, ihr könnt folgen... Und dass der Mond so rot ist, hängt ziemlich direkt damit zusammen, dass mein Abendessen heute später geworden ist. Ich war nämlich nochmal kurz Saharastaub messen. Und auf dem Weg zurück ist mir noch das Folgende aufgefallen.
Was die Portugiesen außer Kreisverkehre nämlich noch lieben, ist Nummern zu ziehen - bzw Nummern ziehen zu lassen. In jeglichen Ämtern, bei der Post, beim Arzt aber sogar auch am Fleisch-, Bäcker- und Fischstand im Supermarkt! Und heute als ich beim Broilerladen vorbeigegangen bin, hab ich gesehen, dass es sie auch dort gibt, die Nummern.
Doch zurück zum Stuhl. Ich wollte so einen tollen, bei dem man die Lehne verstellen kann, der also sowohl zum am-Tisch-Sitzen als auch zum Rumlümmeln-und-Buch-Lesen geeignet ist; am besten noch mit so flexiblem Plastik- oder Textilmaterial als Lehne und Sitzfläche. Gar nicht so einfach! So einen Stuhl gibt es hier nicht. Jedenfalls nicht in den Geschäften, in denen ich war. Am Ende bin ich dann ganz verzweifelt in den China-Markt gegangen und hab mir einen ganz normalen Klappstuhl gekauft. Der hat aber zumindest das richtige Material. Und er ist grün :) Dafür ist der Mond heute rot, seh ich grad. Ich bin heute sehr abschweifig. Ich hoffe, ihr könnt folgen... Und dass der Mond so rot ist, hängt ziemlich direkt damit zusammen, dass mein Abendessen heute später geworden ist. Ich war nämlich nochmal kurz Saharastaub messen. Und auf dem Weg zurück ist mir noch das Folgende aufgefallen.
Was die Portugiesen außer Kreisverkehre nämlich noch lieben, ist Nummern zu ziehen - bzw Nummern ziehen zu lassen. In jeglichen Ämtern, bei der Post, beim Arzt aber sogar auch am Fleisch-, Bäcker- und Fischstand im Supermarkt! Und heute als ich beim Broilerladen vorbeigegangen bin, hab ich gesehen, dass es sie auch dort gibt, die Nummern.
Sonntag, 12. September 2010
Werbung
Vorm Haus steht eine Werbetafel, an der ich auf dem Weg zur Arbeit immer vorbei gehe. Gestern war eine neue Werbung angebracht - ein Mensch am Strand mit einer dunstverhangenen Sonne im Hintergrund. Darauf stand
"Neste verão
Sol com moderação"
Das heißt soviel wie dass man die Sonne diesen Sommer in Maßen genießen sollte. Ich glaube es ist eine Aktion des Gesundheitsministeriums oder einer ähnlichen Organisation. Es heißt wortwörtlich "Diesen Sommer"! Und das hängen sie Mitte September auf, wenn das Schlimmste vorbei ist (juhu dazu, übrigens ;) ). Meine Theorie ist, dass die (EU-)Fördergelder für diese Aktion erst bewilligt wurden, als alle Menschen, die ihre Unterschriften unter irgendwelche Formulare setzen mussten, aus dem Urlaub zurück waren. Ja, so läuft das hier...
Na dann werd ich die letzten paar Sommertage mal noch vorsichtig machen ;)
"Neste verão
Sol com moderação"
Das heißt soviel wie dass man die Sonne diesen Sommer in Maßen genießen sollte. Ich glaube es ist eine Aktion des Gesundheitsministeriums oder einer ähnlichen Organisation. Es heißt wortwörtlich "Diesen Sommer"! Und das hängen sie Mitte September auf, wenn das Schlimmste vorbei ist (juhu dazu, übrigens ;) ). Meine Theorie ist, dass die (EU-)Fördergelder für diese Aktion erst bewilligt wurden, als alle Menschen, die ihre Unterschriften unter irgendwelche Formulare setzen mussten, aus dem Urlaub zurück waren. Ja, so läuft das hier...
Na dann werd ich die letzten paar Sommertage mal noch vorsichtig machen ;)
Viel los
Meine alte Wohngegend war eher von Ureinwohnern geprägt - alte, zum Teil freundliche und allesamt neugierige Nachbarn. Die Häuser hatten höchstens zwei Etagen, es war nicht weit zum Park und Rossio war gleich nebenan - der berüchtigte Festplatz, auf dem jeden zweiten Dienstag im Monat ein Markt stattfindet, bei Stierkämpfen oder Konzerten in der Arena (ja, es ist eine Mufu-Arena) auch gern als Parkplatz genutzt. Jeden Morgen entweder 8:30 oder 9:00 Uhr kam das Bäckerauto (jedenfalls immer, wenn ich um die Zeit daheim war), hat gehupt und an der Einfahrt zu unserer sehr kurzen Straße gehalten und die Omis und Opis mit frischen Brötchen versorgt. Auf der Kopfsteinpflasterstraße rings um Rossio war eigentlich immer Verkehr und vor allem Sirenen von Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr hat man oft gehört. Rossio ist nämlich von drei Seiten von Einbahnstraßen umgeben. Wenn man also einmal drin ist in der Verkehrsführung musste man zwangsläufig bei uns vorbei. Allerdings war es genau das. Vorbeifahren. Zum Anhalten gab es kaum einen Grund.
Jetzt bin ich wenige hundert Meter stadtauswärts gezogen, in eine neuere Wohngegend, und bin damit schon fast wieder raus aus der Stadt - ja, Évora ist nicht groß, jedenfalls nicht in diese Richtung. ;) Die Häuser haben etwa vier Etagen, die Straße Asphalt und die Nachbarn sind allerhöchstens nur noch halb so alt und natürlich vielzähliger. Es gibt deutlich weniger Sirenengeheul hier, allerdings mehr Verkehr insgesamt. Gleich nebenan ist ein kleiner Kreisverkehr - eigentlich eine normale 4-Straßen-Kreuzung, aber die Portugiesen lieben Kreisverkehre und praktisch sind sie ja in der Tat. Allerdings kommt mir die Kreisverkehrregelung in Portugal ziemlich komisch vor. Bisher hab ich noch kein richtiges System dahinter erkannt. Ein befreundeter Franzose, der hier Auto fährt, ist auch noch nicht dahinter gekommen. Deshalb hab ich das mal beobachtet. Ich hab das ja so gelernt: reinfahren nach rechts rum ohne zu blinken und nur beim Rausfahren wird geblinkt. Klingt logisch, verständlich, einfach, übersichtlich, effektiv (keine typisch portugiesischen Eigenschaften, nach meinen bisherigen Erfahrungen).
Also, wie machen die das? Soweit ich das verstehe, behandeln sie den Kreisverkehr, als wäre es eine normale Kreuzung. Wenn sie also in einem Vierer-Kreisverkehr (wie der vor meinem Haus) die erste Abfahrt nehmen wollen, blinken sie rechts, bei der zweiten gar nicht und bei der dritten links. Ich weiß nicht, was sie tun, wenn sie umkehren wollen - wahrscheinlich einfach warten, bis grad niemand guckt :) Komplexer wird das bei großen Kreisverkehren, denn da sieht man natürlich oft nicht, wo ein Auto reinkommt und daher weiß man auch nicht, wo es laut Blinkung hin will. Um das System zu verstehen müsste ich wohl nochmal umziehen. Es hat jedenfalls etwas mit verschiedenen Fahrspuren zu tun. Also wer raus will, fährt rechts und wer drin bleibt fährt links (innen). Allerdings gehen auch manchmal mehrere Fahrspuren aus dem Kreisverkehr raus... Und wie das da mit dem Blinken ist, kann ich auch nicht sagen.
Mich hat diese Kreisverkehrsbehandlung etwas gewundert (nur ein ganz kleines bisschen, nach mehr als anderthalb Jahren in Portugal). Aber von meinem Beobachtungsposten konnte ich feststellen, dass sogar Fahrschulen dieses System anwenden. Und ich dachte, Verkehrsregeln werden nach und nach EU-weit gleichgebügelt. Vielleicht gibts also bald EU-weit die portugiesische Methode, dann wisst ihr wenigstens auch, wovon ich hier schreibe ;)
Außer dem Kreisverkehr gibts hier aber noch viiiieeeel mehr zu sehen, zum Beispiel aufgebrochene Bäckertransporter, liegengebliebene Kleinwagen und Straßenfeger mit portugiesischer Effizienz. Da ich aber jetzt schon wieder so viel geschrieben hab, werd ich das erstmal nicht weiter ausführen.
Jetzt bin ich wenige hundert Meter stadtauswärts gezogen, in eine neuere Wohngegend, und bin damit schon fast wieder raus aus der Stadt - ja, Évora ist nicht groß, jedenfalls nicht in diese Richtung. ;) Die Häuser haben etwa vier Etagen, die Straße Asphalt und die Nachbarn sind allerhöchstens nur noch halb so alt und natürlich vielzähliger. Es gibt deutlich weniger Sirenengeheul hier, allerdings mehr Verkehr insgesamt. Gleich nebenan ist ein kleiner Kreisverkehr - eigentlich eine normale 4-Straßen-Kreuzung, aber die Portugiesen lieben Kreisverkehre und praktisch sind sie ja in der Tat. Allerdings kommt mir die Kreisverkehrregelung in Portugal ziemlich komisch vor. Bisher hab ich noch kein richtiges System dahinter erkannt. Ein befreundeter Franzose, der hier Auto fährt, ist auch noch nicht dahinter gekommen. Deshalb hab ich das mal beobachtet. Ich hab das ja so gelernt: reinfahren nach rechts rum ohne zu blinken und nur beim Rausfahren wird geblinkt. Klingt logisch, verständlich, einfach, übersichtlich, effektiv (keine typisch portugiesischen Eigenschaften, nach meinen bisherigen Erfahrungen).
Also, wie machen die das? Soweit ich das verstehe, behandeln sie den Kreisverkehr, als wäre es eine normale Kreuzung. Wenn sie also in einem Vierer-Kreisverkehr (wie der vor meinem Haus) die erste Abfahrt nehmen wollen, blinken sie rechts, bei der zweiten gar nicht und bei der dritten links. Ich weiß nicht, was sie tun, wenn sie umkehren wollen - wahrscheinlich einfach warten, bis grad niemand guckt :) Komplexer wird das bei großen Kreisverkehren, denn da sieht man natürlich oft nicht, wo ein Auto reinkommt und daher weiß man auch nicht, wo es laut Blinkung hin will. Um das System zu verstehen müsste ich wohl nochmal umziehen. Es hat jedenfalls etwas mit verschiedenen Fahrspuren zu tun. Also wer raus will, fährt rechts und wer drin bleibt fährt links (innen). Allerdings gehen auch manchmal mehrere Fahrspuren aus dem Kreisverkehr raus... Und wie das da mit dem Blinken ist, kann ich auch nicht sagen.
Mich hat diese Kreisverkehrsbehandlung etwas gewundert (nur ein ganz kleines bisschen, nach mehr als anderthalb Jahren in Portugal). Aber von meinem Beobachtungsposten konnte ich feststellen, dass sogar Fahrschulen dieses System anwenden. Und ich dachte, Verkehrsregeln werden nach und nach EU-weit gleichgebügelt. Vielleicht gibts also bald EU-weit die portugiesische Methode, dann wisst ihr wenigstens auch, wovon ich hier schreibe ;)
Außer dem Kreisverkehr gibts hier aber noch viiiieeeel mehr zu sehen, zum Beispiel aufgebrochene Bäckertransporter, liegengebliebene Kleinwagen und Straßenfeger mit portugiesischer Effizienz. Da ich aber jetzt schon wieder so viel geschrieben hab, werd ich das erstmal nicht weiter ausführen.
Dienstag, 27. April 2010
Das Leben ist sooooo lustig!
Hier kommen jetzt ein paar witzige Situationen, die ich gerne teilen möchte. Falls euch die Witzigkeit entgeht müsst ihr einfach mal nach Portugal ziehen. :)
- Im Zuge der Umstellung des Bildungssystems in Portugal auf 'Bologna' werden hier jetzt Matrikelnummern verteilt. (Nein, gabs vorher nicht!) Dafür braucht man nur ganz bequem und fortschrittlich online einen Fragebogen ausfüllen. Man braucht seinen Personalausweis und gute Portugiesischkenntnisse (zu einer englischen Version reicht die Fortschrittlichkeit nicht). Das bringt mich zu Punkt zwei und drei.
- Mein Personalausweis war verschwunden. Ich war ja letztens (ja, auch schon wieder zwei Wochen her) bei der Post und hab ein Päckchen abgeholt. Da muss man den Ausweis vorzeigen. Das ist mir vorhin mit Schrecken eingefallen. Ich dachte, die Dame bei der Post hat einfach vergessen, mir meinen Ausweis wieder zu geben und hab mir schon die Vokabeln für morgen früh zurechtgelegt, mit denen ich den Postangestellten mein Anliegen vortragen wollte. Dann hab ich ihn aber doch noch gefunden. In meinem Rucksack... Fragt mich nicht, wie der da hingekommen ist. Vielleicht hatte ich den Rucksack mit bei der Post und hab den Ausweis dann einfach so eingesteckt. Im Alter wird man eben immer wunderlicher.
- Aber zurück zur Ausfüllerei. Was die alles so wissen wollten. Bildungsstand der Eltern oder meine Abschlussnote zum Beispiel waren obligatorisch. Nun gibt es aber keine richtige portugiesische Entsprechung zum deutschen Bildungssystem. Die Noten gehen hier von 0 (ganz ganz schlecht) zu 20 (Bestnote). Da musste ich leider mogeln und hab übertrieben. Ich nehme an, dass das sowieso niemanden interessiert. Und dann gabs da noch die Frage, warum ich mich für die Universität Évora (UÉ) entschieden hab. Es gab verschiedene portugiesische Antwortmöglichkeiten und das Feld für "andere Gründe". Da es schon spät (oder früh?) ist, wollt ich mir nicht die Mühe machen, alle Möglichkeiten zu übersetzen. Außerdem stand über der Seite des Fragebogens, dass alle Antworten dieser Seite freiwillig sind. Allerdings konnte sie nicht abgeschickt werden, wenn man nicht alles ausgefüllt hat... Also warum hab ich mich für die UÉ entschieden? Ich weiß nicht, ob irgendjemand in der Universitätsverwaltung deutsch kann und ob dieser jemand dann auch noch Ironie versteht. Ich hab in das Feld für "andere Gründe" geschrieben: die UÉ ist so weltoffen.
- Das Beste kam aber zum Schluss. Meine Matrikelnummer ist 4-stellig! (zum Vergleich: die Leipziger war 7-stellig) Ja, hier hat man schon so seinen Spaß.
- Ein anderes Thema: Hüte. Da es heute das erste Mal richtig warm war, hab ich die kurze-Hosen-Saison eröffnet. Außerdem hab ich von Miguel einen Strohhut bekommen und getragen. Wir waren die einzigen in der ganzen Stadt mit Hut. Das ist mir vorher noch nie so aufgefallen. Naja, das alleine ist noch nicht sooo witzig. Später hab ich aber einen jungen Mann mit Wollmütze (!) getroffen und der hat mich auch noch gegrüßt. So nach dem Motto: endlich mal jemand, der auch eine Kopfbedeckung trägt!
- Auch noch lustig, wenn auch nicht so schenkelklopfermäßig, ist, dass der Zirkus vor meinem Fenster mit seinen Vorstellungen fertig ist und demnächst seine Zelte abbrechen wird.
- Und ich hab heut mal wieder Post bekommen. Jaja, so gut gehts mir! (ist auch nicht lachhaft, ich gebs zu)
- Ich bekomme bald wieder Besuch.
Mittwoch, 10. März 2010
Mix
Hmm... mal wieder ein paar Neuigkeiten gefällig?
Also:
1. Mércia ist wieder da :)
2. Heute ist lange Messnacht. Ich bin also noch ein Weilchen wach und kann bloggen :)
3. Ich bekomme Besuch am Samstag :)
4. Die alte Dame aus dem Haus gegenüber grüßt mich schon ein ganze Weile (und ich sie natürlich). Letzte Woche hab ich sie mal nicht vor der Haustür getroffen, sondern eine Straße weiter weg. Da hat sie gelacht und mir zugewunken. Das fand ich toll :) (Die Portugiesen starren mich normalerweise nur an.)
5. Am Wochenende hab ich mal wieder ein Brot gebacken. Diesmal für eine Einzugsfeier - wie passend. Hat auch allen geschmeckt :)
6. Heute hat es noch nicht geregnet und für mindestens eine Woche soll das auch so bleiben :)
7. Ich les mein portugiesisches Harry Potter Buch schon zum zweiten Mal! Das ist sehr praktisch, weil man ganz nebenbei so lebenswichtige Vokabeln wie Zauberstab (a varinha) und Besen (a vassoura) lernt :)
8. Nächstes Wochenende fahre ich nach Lissabon! Und übernächstes nach Porto :)
9. Morgen schlaf ich aus :)
10. Auf meiner Radtour am Wochenende ist mir mal wieder aufgefallen, dass der Alentejo im Frühling sehr schön ist. Alles grünt, blüht und duftet fröhlich vor sich hin :)
Falls ich jetzt irgendwas komisches geschrieben habe (also komischer als sonst), verzeiht! Es ist schon spät.
Also:
1. Mércia ist wieder da :)
2. Heute ist lange Messnacht. Ich bin also noch ein Weilchen wach und kann bloggen :)
3. Ich bekomme Besuch am Samstag :)
4. Die alte Dame aus dem Haus gegenüber grüßt mich schon ein ganze Weile (und ich sie natürlich). Letzte Woche hab ich sie mal nicht vor der Haustür getroffen, sondern eine Straße weiter weg. Da hat sie gelacht und mir zugewunken. Das fand ich toll :) (Die Portugiesen starren mich normalerweise nur an.)
5. Am Wochenende hab ich mal wieder ein Brot gebacken. Diesmal für eine Einzugsfeier - wie passend. Hat auch allen geschmeckt :)
6. Heute hat es noch nicht geregnet und für mindestens eine Woche soll das auch so bleiben :)
7. Ich les mein portugiesisches Harry Potter Buch schon zum zweiten Mal! Das ist sehr praktisch, weil man ganz nebenbei so lebenswichtige Vokabeln wie Zauberstab (a varinha) und Besen (a vassoura) lernt :)
8. Nächstes Wochenende fahre ich nach Lissabon! Und übernächstes nach Porto :)
9. Morgen schlaf ich aus :)
10. Auf meiner Radtour am Wochenende ist mir mal wieder aufgefallen, dass der Alentejo im Frühling sehr schön ist. Alles grünt, blüht und duftet fröhlich vor sich hin :)
Falls ich jetzt irgendwas komisches geschrieben habe (also komischer als sonst), verzeiht! Es ist schon spät.
Sonntag, 17. Januar 2010
Es gibt immer was zu Lachen!
Heute ist es trocken! Also es hat nicht geregnet - also fast nicht... Naja, was ich eigentlich erzählen will, ist, dass ich das schöne Wetter genutzt hab und radfahren war. Es war toll und mir ist mal wieder klar geworden, dass ich die portugiesische - oder genauer die alentejanische - Landschaft sehr gerne mag! Ein dauerndes auf und ab, so dass es nicht langweilig wird, aber nicht so krasse Berge, dass man die Lust verliert - ja, solls geben... hab ich gehört ;)
Es war wärmer als gedacht. Wenn man so drinnen sitzt, kommt es einem so kalt vor, dass man denkt, man muss sich warm anziehen, wenn man raus geht. Aber da es draußen genauso warm ist wie drinnen, kann man eigentlich auch in den gleichen Klamotten raus gehen... Das ist immernoch irgendwie komisch. Vielleicht gewöhnt man sich da dran? Naja ich hab jedenfalls ziemlich geschwitzt, auch weil die Luft sehr feucht ist. Zwischendurch hat es dann auch noch ein bissl getröpfelt.
Ich bin jetzt übrigens wieder mit Helm unterwegs. Das von mir selbst an mich selbst geschickte Paket ist nämlich am Mittwoch angekommen und da war unter anderem mein Fahrradhelm drin. Es ist toll, wenn jemand an einen denkt! ;)
Noch was über die Portugiesen: Manche brauchen scheinbar erstmal noch eine Zeitreise ein paar hundert Jahre in die Zukunft, um in unserem Zeitalter anzukommen. Heut hat doch tatsächlich einer sein Schmutzwasser (das vom Wischen - hoffentlich!) auf den Bürgersteig gekippt. Das ist an sich noch nicht ungewöhnlich, das machen hier sehr viele Leute, aber derjenige hat im 4. Stock gewohnt! Ich fands total witzig. Aber wenn man sich vorstellt, man geht da grad unten drunter lang... :)
...und über Brasilianer: Mércia wollte heute Abend brasilianisch kochen. Der Reis ist angebrannt und alles ist voller Qualm. Das mit dem Essen dauert dann wohl noch bissl :)
Es war wärmer als gedacht. Wenn man so drinnen sitzt, kommt es einem so kalt vor, dass man denkt, man muss sich warm anziehen, wenn man raus geht. Aber da es draußen genauso warm ist wie drinnen, kann man eigentlich auch in den gleichen Klamotten raus gehen... Das ist immernoch irgendwie komisch. Vielleicht gewöhnt man sich da dran? Naja ich hab jedenfalls ziemlich geschwitzt, auch weil die Luft sehr feucht ist. Zwischendurch hat es dann auch noch ein bissl getröpfelt.
Ich bin jetzt übrigens wieder mit Helm unterwegs. Das von mir selbst an mich selbst geschickte Paket ist nämlich am Mittwoch angekommen und da war unter anderem mein Fahrradhelm drin. Es ist toll, wenn jemand an einen denkt! ;)
Noch was über die Portugiesen: Manche brauchen scheinbar erstmal noch eine Zeitreise ein paar hundert Jahre in die Zukunft, um in unserem Zeitalter anzukommen. Heut hat doch tatsächlich einer sein Schmutzwasser (das vom Wischen - hoffentlich!) auf den Bürgersteig gekippt. Das ist an sich noch nicht ungewöhnlich, das machen hier sehr viele Leute, aber derjenige hat im 4. Stock gewohnt! Ich fands total witzig. Aber wenn man sich vorstellt, man geht da grad unten drunter lang... :)
...und über Brasilianer: Mércia wollte heute Abend brasilianisch kochen. Der Reis ist angebrannt und alles ist voller Qualm. Das mit dem Essen dauert dann wohl noch bissl :)
Samstag, 5. Dezember 2009
Unter Strom
... oder eben auch nicht. So wie heute. Es passiert ja oft mal, dass es die Sicherung raushaut. Zum Beispiel, wenn wir gleichzeitig heizen und die Mikrowelle benutzen. Heute wollte Inês bügeln während die Waschmaschine lief. (Ein weiser Mann hat mal gesagt, dass man ja erst nach dem Wäschewaschen bügelt... :) Unsere Stromversorgung scheit der gleichen Meinung zu sein.)
Normalerweise schaltet man die Sicherung in so einem Fall einfach wieder an und wartet mit Bügeln, bis die Waschmaschine fertig ist. Aber heut war das nicht ganz so einfach. Wir haben alle möglichen Knöpfe und Hebel und Schalter gedrückt, aber der Strom wollte nicht wiederkommen. Und einer der Schalter war auch noch kaputt. Vielleicht war das ja die Ursache? Wer weiß... Wir haben also erstmal Leonor angerufen. Die kam vorbei, konnte auch nichts tun und hat die Stromversorgungsleute angerufen. Die wollten dann irgendwann jemanden vorbei schicken. Es ist Samstag, das könnte also etwas dauern.
Erstaulicherweise standen eine halbe Stunde später die Elektriker vor der Tür. Die Hauptsicherung musste ausgetauscht werden. Das ging auch relativ schnell. Jetzt haben wir also wieder Strom. Allerdings weiß ich nicht, ob die neue Sicherung jetzt nicht mehr so oft rausfliegt. Ich werde mich lieber nicht drauf verlassen...
Zur Zeit nutze ich ab und zu die Toaster-Heizung (siehe früheren Beitrag und Foto), die ja das größte Problem für die Sicherung darstellt (das Bügeleisen benutzen wir nicht so oft). Aber am Montag wird sich das ändern. Da werde ich mich um 9 in die Schlange portugiesischer Omis vorm Lidl einreihen und versuchen, einen neuen Heizlüfter zu ergattern.
Apropos Omis, wahrscheinlich wird eher eine Schlange Opis vorm Lidl warten. Natürlich von ihren Frauen beauftragt... Eine ähliche Situation kann ich nämlich jeden Samstag und Sonntag vor meinem Fenster beobachten. Um 9 kommt nämlich das Bäckerauto - ich glaube jeden Tag, aber in der Woche bin ich da ja nie daheim (weil ich vorm Lidl warte). Und ab halb neun kommen da hauptsächlich alte Herren und warten. Die wenigen Frauen, die dabei sind, tragen schwarz...
Da sieht man also sofort, wer in Portugal die Hosen anhat. Soweit ich das mitbekommen habe, brauchen die meisten portugiesischen Männer aber auch jemanden, der ihnen sagt, wos langgeht. Erst die Mama und später die Frau.
Normalerweise schaltet man die Sicherung in so einem Fall einfach wieder an und wartet mit Bügeln, bis die Waschmaschine fertig ist. Aber heut war das nicht ganz so einfach. Wir haben alle möglichen Knöpfe und Hebel und Schalter gedrückt, aber der Strom wollte nicht wiederkommen. Und einer der Schalter war auch noch kaputt. Vielleicht war das ja die Ursache? Wer weiß... Wir haben also erstmal Leonor angerufen. Die kam vorbei, konnte auch nichts tun und hat die Stromversorgungsleute angerufen. Die wollten dann irgendwann jemanden vorbei schicken. Es ist Samstag, das könnte also etwas dauern.
Erstaulicherweise standen eine halbe Stunde später die Elektriker vor der Tür. Die Hauptsicherung musste ausgetauscht werden. Das ging auch relativ schnell. Jetzt haben wir also wieder Strom. Allerdings weiß ich nicht, ob die neue Sicherung jetzt nicht mehr so oft rausfliegt. Ich werde mich lieber nicht drauf verlassen...
Apropos Omis, wahrscheinlich wird eher eine Schlange Opis vorm Lidl warten. Natürlich von ihren Frauen beauftragt... Eine ähliche Situation kann ich nämlich jeden Samstag und Sonntag vor meinem Fenster beobachten. Um 9 kommt nämlich das Bäckerauto - ich glaube jeden Tag, aber in der Woche bin ich da ja nie daheim (weil ich vorm Lidl warte). Und ab halb neun kommen da hauptsächlich alte Herren und warten. Die wenigen Frauen, die dabei sind, tragen schwarz...
Da sieht man also sofort, wer in Portugal die Hosen anhat. Soweit ich das mitbekommen habe, brauchen die meisten portugiesischen Männer aber auch jemanden, der ihnen sagt, wos langgeht. Erst die Mama und später die Frau.
Samstag, 7. November 2009
Durchschnittssamstag
Heute ist Samstag. Samstags geh ich normalerweise einkaufen. So auch heute. Und da ist mir aufgefallen, wie merkwürdig doch die Portugiesen sind (haha). Zum Einkaufen fahr ich meistens mit dem Rad. So auch heute. Und da jetzt auch hier die lange-Hosen-Zeit angefangen hat, macht man was? Hochkrempeln! Ok, man kann auch neongrüne reflektierende Bänder drum binden, wie ein anderer deutscher Évorabewohner... Aber ich bin eher der Hochkrempler. Und da wird man ja ganz schön schief angeguckt im Supermarkt. Das kennen die hier gar nicht! Sicher haben das die Portugiesen nicht mal mit Fahrradfahren assoziiert. (und ich glaube nicht, dass es mit neongrünen reflektierenden Bändern besser ist)
Und dann, auf der Rückfahrt, hat mich ein Mädchen total verblüfft angeguckt, so als könnte sie nicht radfahren und als wäre das ein hochkomplizierter technischer Vorgang, der da passiert. Aber was ich am traurigsten finde ist, dass diese Erklärung für ihren Gesichtsausdruck tatsächlich plausibel ist, hier in Évora...
Aufgrund mehrfachen Wunsches hab ich heut mal die Kamera mit genommen, als ich mit Fred draußen war. Da wars schon dunkel. Von den Fotos kann man ein tolles Fred-Puzzle machen. Auf jedem Bild ist ein anderes Stück Hund drauf. Es ist gar nicht so leicht, mit Leine in der einen Hand und Kamera in der anderen, den Hund ins Bild zu kriegen. Ich werd das morgen nochmal versuchen. Da geh ich tagsüber. Da kann ich ihn auch aus der Ferne so fotografieren, dass er noch zu sehen ist. Für alle, die es gar nicht erwarten können ist hier schonmal das beste des Tages. Sogar in Sitzposition :)
So und zum Schluss noch eine unschöne Neuigkeit: Mércia glaubt, dass sie swine-flu hat :(
oh weh oh weh...
Und dann, auf der Rückfahrt, hat mich ein Mädchen total verblüfft angeguckt, so als könnte sie nicht radfahren und als wäre das ein hochkomplizierter technischer Vorgang, der da passiert. Aber was ich am traurigsten finde ist, dass diese Erklärung für ihren Gesichtsausdruck tatsächlich plausibel ist, hier in Évora...
So und zum Schluss noch eine unschöne Neuigkeit: Mércia glaubt, dass sie swine-flu hat :(
oh weh oh weh...
Sonntag, 4. Oktober 2009
Von Pferden und Hunden
Heute hatte ich dann gleich mal Gelegenheit, meine portugiesisch-Künste anzuwenden. Meine Vermieterin, Leonor, hat mitbekommen, dass ich Pferde mag und ich hab sie gefragt, ob sie nicht jemanden kennt, der ein Pferd hat. Natürlich kennt sie jemanden! Und heute hat sie mich mitgenommen, diesen Jemand und sein Pferd kennenzulernen. António und Sara heißen die beiden und ich hab ihnen beim Putzen geholfen und bei der Arbeit zugeschaut. In dem Pferdehof gabs etwa 15 Pferde, Platz war ungefähr für 30. Sie sind in geräumigen Boxen untergebracht. Es gibt zwar Weiden (also eher Sandplätze - man erkennt den Unterschied zwischen Reitplatz und Weide nicht auf den ersten Blick), aber Auslauf für die Pferde muss extra bezahlt werden und ist wohl sehr teuer. Nur eins hatte das Glück, raus zu dürfen.
António kann englisch, mit ihm konnte ich mich also gut verständigen und bissl Fachsimpeln. Obwohl ich die ganzen Fachbegriffe nicht in englisch weiß. Er aber auch nicht. Das war also kein Problem. Es war sehr schön, mal wieder Stallluft zu schnuppern und ein Pferd aus der Nähe zu sehen :)
Danach waren wir noch bei Antónios Familie eingeladen zum Crepes-Essen. War sehr lecker! Und da kamen dann meine Sprachkenntnisse zum Einsatz. Obwohl sich Antónios Eltern auch sehr viel Mühe gegeben haben, englisch mit mir zu sprechen. Das sind total nette Leute. Haben mich eingeladen, jederzeit vorbei zu kommen, wenn ich das Pferd sehen will. António fährt jeden Tag nachmittags um 3 hin. Das heißt, dass ich jetzt weiß, was ich an den Wochenenden ab um 3 mache :)
Dort kam dann auch zur Sprache, dass Leonor einen Hund hat. Den hab ich dann auf dem Heimweg gleich mal noch besucht und hab feststellen müssen, dass er kaum raus kommt. Leonor hat einen großen Hof, aber der Hund, Fred, ein Dalmatiner-Mix, braucht eigentlich viel mehr Bewegung. Das weiß Leonor auch, aber sie hat keine Zeit, meint sie. Da hab ich mich doch gleich mal angeboten. Nun hab ich auch in der Woche eine Abend-Beschäftigung. Mal sehen, wie ich mit ihm zurecht komme.
António kann englisch, mit ihm konnte ich mich also gut verständigen und bissl Fachsimpeln. Obwohl ich die ganzen Fachbegriffe nicht in englisch weiß. Er aber auch nicht. Das war also kein Problem. Es war sehr schön, mal wieder Stallluft zu schnuppern und ein Pferd aus der Nähe zu sehen :)
Danach waren wir noch bei Antónios Familie eingeladen zum Crepes-Essen. War sehr lecker! Und da kamen dann meine Sprachkenntnisse zum Einsatz. Obwohl sich Antónios Eltern auch sehr viel Mühe gegeben haben, englisch mit mir zu sprechen. Das sind total nette Leute. Haben mich eingeladen, jederzeit vorbei zu kommen, wenn ich das Pferd sehen will. António fährt jeden Tag nachmittags um 3 hin. Das heißt, dass ich jetzt weiß, was ich an den Wochenenden ab um 3 mache :)
Dort kam dann auch zur Sprache, dass Leonor einen Hund hat. Den hab ich dann auf dem Heimweg gleich mal noch besucht und hab feststellen müssen, dass er kaum raus kommt. Leonor hat einen großen Hof, aber der Hund, Fred, ein Dalmatiner-Mix, braucht eigentlich viel mehr Bewegung. Das weiß Leonor auch, aber sie hat keine Zeit, meint sie. Da hab ich mich doch gleich mal angeboten. Nun hab ich auch in der Woche eine Abend-Beschäftigung. Mal sehen, wie ich mit ihm zurecht komme.
Abonnieren
Posts (Atom)