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Sonntag, 20. Juni 2010

... ach ja ...

Jetzt gibts auch noch nen neuen Blog (Achtung Wortwitz!) Évorathing, gestartet von Mércia, geführt von uns Ausländern. Für alle die sich für Évora interessieren und/oder ihr Portugiesisch, Spanisch oder Englisch üben wollen. :)

Samstag, 12. Juni 2010

Ist lange her, was?

Ja, ich lebe noch. Und gar nicht mal schlecht ;) Ich arbeite ziemlich viel und versuche zusätzlich meine Freunde unterzubringen, da die Zeit des Abschieds immer näher rückt. Heute Nachmittag verlassen zwei von ihnen Portugal. Darum gab es gestern eine Abschiedsparty auf der 9 Nationalitäten vertreten waren. (bei 16 Leuten!) Das war ein Spaß! Amtssprache war portañol, da die meisten aus Südamerika kommen. Ich hab nicht viel gesagt, aber verstanden, worum es ging - jedenfalls immer, wenn ich zugehört hab... Das kann ganz schön anstrengend werden mit der Zeit.

Was ist sonst so los?
Ich bin grad noch bissl erkältet, allerdings ist es schon viel besser. Hier ists nämlich grad deutlich kälter als in Deutschland die letzten Tage und es regnet wieder jeden Tag. Das hätte ich nicht erwartet, aber ich glaub auch nicht, dass es lange anhält. Außerdem ist das auch ganz angenehm. Da ich ja weiß, dass die große Hitze irgendwann kommen wird. Spätestens wenn ich im August wieder aus Deutschland zurück komme. Ich hab übrigens meine Flüge gebucht und freu mich schon riiiiieeeesig, nach Hause zu kommen.

Aber zurück zur großen Hitze: Ich hab vorgesorgt und mich endlich um einen Wasserfilter gekümmert. Jetzt brauch ich zum Glück kein Wasser mehr schleppen. Das einzige Filtersystem, das ich finden konnte, welches auch Aluminium rausfiltert, musste ich aus den USA einfliegen lassen. Der Versand hat am Ende mehr gekostet als das Filtersystem plus zwei Ersatzfilter. Aber es lohnt sich trotzdem - also vorausgesetzt, der Filter tut auch, was der Hersteller verspricht. Ich muss nichts mehr schleppen, spare Geld und produziere weniger Müll! :)

Noch was: Ich versuche, eine neue Wohnung zu finden. Mércia zieht ja Mitte Juli aus und Inês auch demnächst irgendwann. Und ich hab eigentlich keine große Lust, mich jedes Semester an neue Leute zu gewöhnen. Naja, die Wohnungssuche gestaltet sich zur Zeit noch recht schwierig. Ich hoffe aber, dass ich bessere Chancen habe, wenn das Semester rum ist. Im August sind Ferien und da wird sicher einiges frei.

Und noch was: Diese Woche hab ich ein Päckchen bekommen! Mit fünf Büchern drinne! Und Schoki! Und Kekse! :) Danke an den Absender! Ich freu mich schon auf viiiiieeeeele gemütliche Lesestunden :)

So, das wars erstmal... glaub ich...

Dienstag, 27. April 2010

Das Leben ist sooooo lustig!

Hier kommen jetzt ein paar witzige Situationen, die ich gerne teilen möchte. Falls euch die Witzigkeit entgeht müsst ihr einfach mal nach Portugal ziehen. :)

  1. Im Zuge der Umstellung des Bildungssystems in Portugal auf 'Bologna' werden hier jetzt Matrikelnummern verteilt. (Nein, gabs vorher nicht!) Dafür braucht man nur ganz bequem und fortschrittlich online einen Fragebogen ausfüllen. Man braucht seinen Personalausweis und gute Portugiesischkenntnisse (zu einer englischen Version reicht die Fortschrittlichkeit nicht). Das bringt mich zu Punkt zwei und drei.
  2. Mein Personalausweis war verschwunden. Ich war ja letztens (ja, auch schon wieder zwei Wochen her) bei der Post und hab ein Päckchen abgeholt. Da muss man den Ausweis vorzeigen. Das ist mir vorhin mit Schrecken eingefallen. Ich dachte, die Dame bei der Post hat einfach vergessen, mir meinen Ausweis wieder zu geben und hab mir schon die Vokabeln für morgen früh zurechtgelegt, mit denen ich den Postangestellten mein Anliegen vortragen wollte. Dann hab ich ihn aber doch noch gefunden. In meinem Rucksack... Fragt mich nicht, wie der da hingekommen ist. Vielleicht hatte ich den Rucksack mit bei der Post und hab den Ausweis dann einfach so eingesteckt. Im Alter wird man eben immer wunderlicher.
  3. Aber zurück zur Ausfüllerei. Was die alles so wissen wollten. Bildungsstand der Eltern oder meine Abschlussnote zum Beispiel waren obligatorisch. Nun gibt es aber keine richtige portugiesische Entsprechung zum deutschen Bildungssystem. Die Noten gehen hier von 0 (ganz ganz schlecht) zu 20 (Bestnote). Da musste ich leider mogeln und hab übertrieben. Ich nehme an, dass das sowieso niemanden interessiert. Und dann gabs da noch die Frage, warum ich mich für die Universität Évora (UÉ) entschieden hab. Es gab verschiedene portugiesische Antwortmöglichkeiten und das Feld für "andere Gründe". Da es schon spät (oder früh?) ist, wollt ich mir nicht die Mühe machen, alle Möglichkeiten zu übersetzen. Außerdem stand über der Seite des Fragebogens, dass alle Antworten dieser Seite freiwillig sind. Allerdings konnte sie nicht abgeschickt werden, wenn man nicht alles ausgefüllt hat... Also warum hab ich mich für die UÉ entschieden? Ich weiß nicht, ob irgendjemand in der Universitätsverwaltung deutsch kann und ob dieser jemand dann auch noch Ironie versteht. Ich hab in das Feld für "andere Gründe" geschrieben: die UÉ ist so weltoffen.
  4. Das Beste kam aber zum Schluss. Meine Matrikelnummer ist 4-stellig! (zum Vergleich: die Leipziger war 7-stellig) Ja, hier hat man schon so seinen Spaß.
  5. Ein anderes Thema: Hüte. Da es heute das erste Mal richtig warm war, hab ich die kurze-Hosen-Saison eröffnet. Außerdem hab ich von Miguel einen Strohhut bekommen und getragen. Wir waren die einzigen in der ganzen Stadt mit Hut. Das ist mir vorher noch nie so aufgefallen. Naja, das alleine ist noch nicht sooo witzig. Später hab ich aber einen jungen Mann mit Wollmütze (!) getroffen und der hat mich auch noch gegrüßt. So nach dem Motto: endlich mal jemand, der auch eine Kopfbedeckung trägt!
  6. Auch noch lustig, wenn auch nicht so schenkelklopfermäßig, ist, dass der Zirkus vor meinem Fenster mit seinen Vorstellungen fertig ist und demnächst seine Zelte abbrechen wird.
  7. Und ich hab heut mal wieder Post bekommen. Jaja, so gut gehts mir! (ist auch nicht lachhaft, ich gebs zu)
  8. Ich bekomme bald wieder Besuch.
So, das war erstmal alles. Gute Nacht!

Mittwoch, 10. März 2010

Mix

Hmm... mal wieder ein paar Neuigkeiten gefällig?
Also:
1. Mércia ist wieder da :)
2. Heute ist lange Messnacht. Ich bin also noch ein Weilchen wach und kann bloggen :)
3. Ich bekomme Besuch am Samstag :)
4. Die alte Dame aus dem Haus gegenüber grüßt mich schon ein ganze Weile (und ich sie natürlich). Letzte Woche hab ich sie mal nicht vor der Haustür getroffen, sondern eine Straße weiter weg. Da hat sie gelacht und mir zugewunken. Das fand ich toll :) (Die Portugiesen starren mich normalerweise nur an.)
5. Am Wochenende hab ich mal wieder ein Brot gebacken. Diesmal für eine Einzugsfeier - wie passend. Hat auch allen geschmeckt :)
6. Heute hat es noch nicht geregnet und für mindestens eine Woche soll das auch so bleiben :)
7. Ich les mein portugiesisches Harry Potter Buch schon zum zweiten Mal! Das ist sehr praktisch, weil man ganz nebenbei so lebenswichtige Vokabeln wie Zauberstab (a varinha) und Besen (a vassoura) lernt :)
8. Nächstes Wochenende fahre ich nach Lissabon! Und übernächstes nach Porto :)
9. Morgen schlaf ich aus :)
10. Auf meiner Radtour am Wochenende ist mir mal wieder aufgefallen, dass der Alentejo im Frühling sehr schön ist. Alles grünt, blüht und duftet fröhlich vor sich hin :)

Falls ich jetzt irgendwas komisches geschrieben habe (also komischer als sonst), verzeiht! Es ist schon spät.

Dienstag, 12. Januar 2010

Wasser aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen

Die Woche ist erst zwei Tage alt und trotzdem ist so viel passiert, dass ich das erstmal hier niederschreiben muss. Ich fange am besten am Montag an.
Also Montag früh war ich bei der Post. Die Vorgeschichte dazu: Als ich am Freitag hier ankam hab ich eine Päckchen-Benachrichtigungskarte für mich vorgefunden. Letzten Dienstag hatte ich nämlich ein Paket an mich selbst geschickt, um meinen Koffer etwas zu entlasten. Es hat mich allerdings etwas gewundert, dass das so schnell ging. Am Sonntag hab ich mir die Karte nochmal genauer angeguckt und dabei bemerkt, dass das gar nicht mein Paket war! Absender: Alfred Ritter (Na, klingelts?). Alfred Ritter ist der Oberboss von Ritter Sport! Haha! Die machen Schokolade. ;) Letztes Jahr hab ich ja selber noch Sammelpunkte gesammelt. Die waren auf den Schokitafeln drauf und man konnte die Punkte dann gegen ein Ritter Sport T-Shirt eintauschen. Dieses Jahr hatten zwei sehr liebe Menschen zuviele Sammelpunkte für den Eigenbedarf und haben mir ein T-Shirt mitbestellt. Möglicherweise hat ja einer von beiden die Bestellung direkt an mich schicken lassen...? Nun, zurück zum Montag.
Also Montag früh war ich bei der Post. Hab mein Päckl abgeholt und um die Vorfreude noch ein bisschen mehr auszukosten, bin ich erstmal arbeiten gegangen und hab das Päckchen ungeöffnet daheim gelassen.
Auf dem Weg zur Arbeit auf der nächsten Querstraße sprudelte zwischen zwei Pflastersteinen das Wasser hervor. Es hatte am Abend vorher und die Nacht über geregnet, aber diese Quelle konnte nicht davon stammen. Mein erster Gedanke war: Wasserrohrbruch; mein zweiter: es war nicht unter Null Grad; mein dritter: gut, dass wir noch fließendes Wasser hatten zu Hause. Mittags komm ich auf dem Weg von der Arbeit an einem großen Loch, ein paar Leuten mit Schaufeln und einem Bagger vorbei. Das Problem wurde also immerhin schonmal erkannt. Ich komm nach Hause, will mir die Hände waschen und aus dem Wasserhahn kommt es nur noch getröpfelt. Manchmal ist mir nach schreien zumute...
Leonor war da grad da um mir die letzte Wasser- und Stromabrechnung zu erklären, die winterlich hoch war. Mit schreien wars also nix. Aber ich hatte ja glücklicherweise noch das geheimnisvolle Päckl! (jetzt hab ich euch aber auf die Folter gespannt, was? hihi)
In dem Päckl waren 8 Tafeln Bio-Ritter Sport, die ich bei einem Gewinnspiel gewonnen hab. Juhu :) Das hat mich wieder aufgebaut! Ich hab sie auch schon probiert, ist sehr lecker. Aber einen Unterschied zu normaler Schokolade kann ich nicht entdecken.

Heute ist der zweite Dienstag im Monat. Das heißt, es ist Markttag. Die Zigeuner kommen in ihren Kleintransportern angefahren, bauen Stände auf (auf dem Platz vor meinem Fenster) und machen dabei natürlich auch mächtig Krach - so ab halb 6. Heute wurde ich aber unerwarteterweise von meinem Wecker geweckt. Ein Blick aus dem Fenster: der Platz ist voller Kleintransporter, aber keiner hat seinen Stand aufgebaut. Es gießt wie aus Eimern und der Platz ist ein einziges Schlammloch. Als ich auf Arbeit gehe, gießt es wie aus Eimern und die Zigeuner sitzen unschlüssig in ihren Autos oder stehen unschlüssig daneben. Der Markt-Wachdienst ist auch schon da und läuft Runden um den Platz, um warm zu bleiben.
Ich bin auf Arbeit und es gießt wie aus Eimern. Aber plötzlich merkt man, dass alles vorher nur ein leichtes Tröpfeln war. Ich kann die Bäume vor dem Fenster nur noch erahnen und plötzlich fängt es auch im Büro an zu regnen. Nicht ganz so stark wie draußen, aber doch irgendwie... hmm... lästig. Meine lieben Kollegen haben mir geholfen, meinen Schreibtisch zu verschieben (ich war die einzige, die es wortwörtlich getroffen hat). Anschließend haben wir der Chefin Bescheid gesagt und nun müssen wir erstmal - na, wer kann sichs denken? - abwarten. Als der Regen draußen dann wieder in die normale es-schüttet-wie-aus-Eimern-Intensität übergegangen war, hat es auch im Büro wieder aufgehört zu regnen.
Als ich von der Arbeit zum Mittagessen nach Hause gehe, sind alle Zigeuner verschwunden. Das war ihnen wohl zu viel Regen am Arbeitsplatz...

Was Gutes gab es aber heut doch noch zu berichten: Ich bin doch grad krank (also das ist noch nicht das Gute). Und da ich vor Husten und Schnupfen die letzte Nacht kaum geschlafen habe (auch nicht gut), bin ich nach der Arbeit zur Apotheke gegangen und hab mir Medikamente geben lassen. Das Gute daran ist, dass ich sogar die Erklärung der netten Apotheken-Frau verstanden hab, wie und wann ich was einnehmen muss. Das war toll :)

Sonntag, 29. November 2009

Typisch deutsch

Wir haben gestern in den ersten Advent reingefeiert. Also jedenfalls fast. Die Gäste unserer Christmas-Party sind kurz vor Mitternacht gegangen. Aber wir haben schließlich schon um 5 angefangen mit feiern. Mércia und ich sind voher nochmal losgezogen und haben einen Weihnachtsbaum geklau.... ääääh.... gekauft! (Sorry, für das unscharfe Bild, ich kanns nicht besser...)

Damit ihr mal ein Bild bekommt, von den Leuten, mit denen ich hier zu tun habe: da waren Mércia, meine Lieblingsmitbewohnerin (Brasilien/Schweiz), Leonor, meine Vermietrin (Portugal), Liliana mit Mann Victor und den zwei Jungs Gabriel und Victor junior (Chile), Miguel (Mexiko), Patrício (Argentinien) und Matias (Kolumbien). Es war also fast ganz Südamerika vertreten. Und ich lerne eher Spanisch als Portugiesisch. Spanisch ist auch sehr viel einfacher zu verstehen, wenn man ein paar Grundkenntnisse in Portugiesisch besitzt.

Ok, zurück zur Party: Ich hab Glühwein gemacht, weil das ja typisch ist für deutsche Weihnachten. Hat auch allen sehr gut geschmeckt - haben sie jedenfalls gesagt. Naja, aber alle geworden ist er auch.

Nicht so gut angekommen ist da Leonors typisch portugiesisches Überraschungsbrot. Das ist ein ausgehöhltes Brot mit einer Füllung aus Wurst, Speck, Käse und Gewürzen. Dabei wird die Brotkrume nicht mit verwendet. Wenn ihr mich fragt, eine nicht so leckere Vorstellung. Da ich sowieso kein Wurstfan bin, hats mir auch nicht geschmeckt. Nachdem ich das erste kleine Stück probiert hatte, hab ich bei der zweiten Austeilrunde abgelehnt. Da wollte Leonor wissen, ob es mir nicht schmeckt. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich nicht gerne Wurst esse und deshalb nicht noch mehr möchte. An der Stelle hat Mércia, die neben mir saß, unter dem Tisch gegen mein Bein getreten. Und das, obwohl ich doch so diplomatisch war! Die anderen haben alle mehr davon genommen. Als Leonor dann aber kurz darauf Victor abholen gefahren ist, kam raus, dass diese portugiesische Spezialität keinem geschmeckt hat!
Na wenigstens war ich ehrlich genug, um nicht noch mehr davon essen zu müssen. :) Aber so ist das hier. Die Leute sind lieber höflich als ehrlich. Schlimm find ich da allerdings, dass sie sich hinter dem Rücken des Betreffenden dann trotzdem drüber auslassen. Aber irgendwie fand ichs auch lustig, als Patrício ein besonders großes Stück an Victor ausgeteilt hat, der ja später kam. Und zwar damit Leonor nicht merkt, dass wir in ihrer Abwesenheit nicht mehr davon gegessen haben. Außerdem haben Patrício und Matias versucht, den beiden Jungs möglichst viel anzudrehen, während Leonor und Liliana Victor abgeholt haben. Allerdings haben die sich auch nicht drauf eingelassen.

Nach dem Essen gab es dann Geschenke. Jeder sollte etwas kleines mitbringen und dann wurden der Name des Beschenkten gezogen. Da man aber vorher nicht weiß, wem man etwas schenkt, ist es schwer, ein gutes Geschenk zu finden. Da Mércia und ich gemeinsam einkaufen waren, wusste sie, was ich gekauft hatte und hat sich gewünscht, dass ich ihren Namen ziehe. Und so war es dann tatsächlich. Mércia ist jetzt stolze Besitzerin einer 3-fach Verteilersteckdose. Das ist ja wirklich etwas, was jeder braucht. Miguels Kommentar dazu: 'Germans are so practical.' :)
Patrício hat meinen Namen gezogen und mir eine Flasche Wein geschenkt. Naja.... Da am Ende aber nur noch Gabriel mit seinem Geschenk und seinem eigenen Namen übrig war, hat er sein Geschenk mit Victor gegen Schokolade getauscht und ich widerum meinen Wein mit Victor gegen Gabriels Geschenk. Es waren Stifte, ein A5-Block, Aufkleber und ein Jojo. Die Aufkleber hab ich mit Mércia geteilt, weil ihr Geschenk ja doch sehr nüchtern war.... Außerdem hab ich ihr das Jojo gegeben, weil sie einst bei Olympia im Jojo-Spielen teilgenommen hat ;)

Freitag, 30. Oktober 2009

Swansea, Wales

Das erste, was auffällt, wenn man auf einem englischen Flughafen landet ist, dass alle Schilder nur noch einsprachig beschriftet sind und zwar - richtig - in Englisch. Im Zug hatte ich dann genügend Zeit (6 h mit Warte- und Umsteigezeiten) darüber nachzudenken, dass ja die englisch sprechenden Völker in kaum einem Land in den Genuss kommen, von keinem verstanden zu werden, wenn sie sich in ihrer Muttersprache unterhalten. Obwohl das ja schon manchmal sehr praktisch sein kann. Andersrum gilt das aber auch. Also dass man in England (fast) alles versteht, was die Leute um einen rum so von sich geben. Auch wenn mans manchmal einfach nicht wissen will. Mit meiner Schwester hab ich aber festgestellt, dass man die Nichtmuttersprache gut ausblenden kann, auch wenn man sie sonst sehr gut versteht - in Deutschland geht das leider nicht - jedenfalls nicht ohne MP3-Player.
Auf der ganzen langen Zugfahrt ist nicht so viel passiert. Ich hab die grüne(!) hügelige Landschaft genossen, hab Shirehorses (die größten Pferde der Welt und mein nicht-so-heimlicher Traum) gesehen und sogar Fasane (nicht so außergewöhnlich dort, aber für mich schon!).
Nach ein paar Stunden Fahrt waren die Schilder dann aber wieder zweisprachig und zwar an jedem popligen Bahnhof - genauer gesagt an jedem ordinären Straßen- und Sonstwas-Schild. Ich bin in Wales gelandet. Manche der Bahnhofsansagen sind sogar auf walisisch. Sehr hübsch anzuhören....

In Swansea hat mich meine Schwester am Bahnhof abgeholt und wir sind zu ihrem Guesthouse gegangen. Abends haben wir noch kurz ein Stückl Strand angeguckt (genaueres und Fotos in ihrem Blog). Der nächste Tag war ja Sonntag und wir waren gemeinsam wandern. Das war sehr lustig; feuchtfröhlich sozusagen oder eher klitschnassfröhlich :) Laut Wetterbericht von vor zwei Tagen sollte es sonnig und trocken sein. Auf den Nachmittag traf das auch zu. Dumm nur, dass wir mit dem ersten Bus gefahren sind, den wir kriegen konnten. Manchmal hat es wohl doch Vorteile, Langschläfer zu sein. Allerdings wollten wir ja eine richtige mehrstündige Wandertour machen und nicht nur einen schnöden Spaziergang. Rausgekommen ist dann am Ende eine kostenlose Dusche mit Lufttrocknung und dreimal Nachspülen in der wunderschönen Landschaft der Gower-Halbinsel. Sowas hat mir irgendwie gefehlt... also ich meine Wetter, richtiges Wetter, Wetter das sich auch mal ändert - also öfter als 2mal im Jahr. Hat gefetzt :)
Aber da wir ja jetzt auch so langsam erwachsen werden, haben wir uns gegen die Blasenentzündung und für einen früheren Rückbus entschieden. Nachmittags sind wir aber nochmal raus, da wars ja dann schön :) Wir haben noch ein paar andere Ecken von Swansea ausgekundschaftet.

Geschlafen haben wir in Karins Schrankklappbett mit nur einer großen Decke. Es hat ganz gut geklappt, obwohl wir beide nicht so gut geschlafen haben, wie mit zwei Decken, denk ich mal. Aber wir sind zum Glück nicht zusammengefaltet im Schrank aufgewacht (puuh!). ;) Die nächsten Tage ist Karin tagsüber arbeiten gegangen und ich hab Ausflüge gemacht.

Am Montag war ich im Caerphilly Castle und in Cardiff. Die Festung war sehr cool. Auf dem Foto ist das Schloss von Cardiff zu sehen. Das hab ich aber nicht von innen gesehen, weil ich erstmal nicht viel Zeit hatte in Cardiff und außerdem der Meinung bin, ein Schloss pro Tag muss reichen.

Dienstag wollte ich wieder Wandern. Dafür fahren von Swansea aus Busse auf die Gower-Halbinsel. Mein Bus kam allerdings nicht und auf den nächsten hätte ich 1 h warten müssen. Da hab ich mich entschlossen einfach so mal loszulaufen. Ich bin immer die Küste entlang bis nach Mumbels, ein kleines ehemaliges Fischerdorf, jetzt ein Teil von Swansea. Dort wars ziemlich touristisch aber auch sehr schön und schließlich war ich ja auch nur genau das... ein Tourist. Der Leuchtturm auf dem Bild rechts steht auch in Mumbels.
Danach gings weiter an der Küste entlang und dann später auf einer anderen, inlandigen Strecke zurück vorbei am Oystermouth Castle (siehe links), was aber wegen Einsturzgefahr geschlossen war.

Am Mittwoch, meinem letzten Tag in Wales :(, war ich nochmal wandern. Diesmal fuhr der Bus fast planmäßig. Ich wollte zu Arthurs Stone (das ganz unterste Bild, man sieht wirklich, wo mal das Schwert gesteckt hat - bzw gesteckt haben soll...) und nach Rhossili, dem westlichen Ende der Gower-Halbinsel. Auf dem Weg zu Arthurs Stone hab ich mich ein bissl in der Richtung geirrt :) Aber auch nur, weil ich keine Lust hatte, die Karte auszupacken. Irgendwann hab ich ihn doch gefunden. Da es in der vorherigen Nacht geregnet hatte und ich keine richtigen Wanderschuhe hab, waren meine Füße zu dem Zeitpunkt schon längst nass. Die wilden Ponys, die ich unterwegs getroffen hab, entschädigen aber allemal dafür!
Nach einem weiteren Wanderabschnitt durch Sumpf, Schlamm und nasse Wiesen hab ich die nächste Bushaltestelle aufgesucht und wollte weiterfahren nach Rhossili. Eigentlich wollt ich den Abschnitt auch noch laufen, aber so langsam hatte ich Angst, dass meine Füße auseinanderfallen, sobald ich Schuhe und Socken ausziehe (ehrlich!).
Ich hätte eine halbe Stunde auf den Bus warten müssen. Nach 5 Minuten kam aber eine alte Lady angefahren und fragte mich, ob ich nach Rhosili will. Ich bin mit ihr mitgefahren und sie hat mir gleich noch paar 'Insidertipps' gegeben.
Rhossili ist wirklich wunderschön. Dort gibts den sogenannten Worms Head. Wobei 'worm' nicht von Wurm sondern eher von Lindwurm, also Drachen kommt. Der Drachen ist ja das Wappentier von Wales. Und es sieht wirklich bissl so aus wie der Kopf eines Drachen.
Von Rhossili aus bin ich dann direkt nach Swansea zurück gefahren. Es war dann auch schon wieder relativ spät.

Donnerstag, also gestern, gings dann leider schon wieder zurück *schniff*. Halb 10 bin ich vormittags in Swansea aufgebrochen und halb 11 war ich nachts wieder in Évora. Und ich musste nichtmal meine Uhr umstellen :)

Es war supertoll und ich danke dir von ganzem Herzen mein Schwesterherz!!!

Samstag, 3. Oktober 2009

Falo português? [Spreche ich portugiesisch?]

Ich würde sagen, ja. Sprechen kann ichs halbwegs. Es dauert lange, bis ein Satz zustande kommt und ist selbst dann noch nicht grammatikalisch korrekt, aber es ist verständlich. Lesen klappt noch besser. Da kann man immer mal ins Wörterbuch gucken und etliche Wörter kann man leicht aus dem Französischen oder Englischen ableiten.
Schwieriger ists dann schon mit dem Verstehen. Der gemeine Portugiese rattert los und wundert sich, warum ich nur dumm gucke. Nur wenige kommen auf den Gedanken, dass es manchmal schon helfen würde langsam, deutlich und in einfachen Sätzen zu sprechen (oder noch lieber, in einzelnen Wörtern). Aber ich bin doch schon sehr froh, dass ich beim Einkaufen an der Kasse die Frage nach meiner Bonuskarte (Não, não tenho. [Nein, habe ich nicht.]) oder die Frage, ob ich eine Quittung brauche (irgend was mit factura) verstehe.

Und letzte Woche war es dann soweit. Mein erstes portugiesisches Buch! :) Ich hab mir den dritten Teil von Harry Potter (O prisioneiro de Azkaban) gekauft. Das ist der einzige Teil, den ich bisher weder gelesen, noch als Film gesehen hab.
Ich hab schon den Buchdeckeltext gelesen und den ersten Absatz! Und das alles an einem Abend! Etwas mühselig ist es noch, aber darum will ichs ja üben.