Da komm ich aus dem Urlaub wieder und muss feststellen, dass sich einiges geändert hat. Zuhause haben mich ein paar Leute zur wirtschaftlichen Situation in Portugal gefragt und ob man davon im täglichen Leben etwas merkt. Bis dahin hatte ich noch nicht das Gefühl. Aber nun fehlen die Klopapierrollenhalter und Seifenspender in den Toiletten der Uni. Also die angeschraubten Dinger. Ich könnte es ja als Sparmaßnahme verstehen, wenn man sie einfach nicht mehr befüllt. Aber sie wurden komplett entfernt. Vielleicht ist der Rohstoffpreis gerade hoch (die waren aus hochwertiger Plastik). Klopapier verirrt sich seither nur noch selten auf die Toiletten, liegt dann auf dem Boden oder auf dem Spülkasten, ständig in der Gefahr, ins Klo zu fallen; und Seife fehlt ganz. Also nicht ganz ganz, aber fast. Letzte Woche wurde ein unangeschraubter, voller Flüssigseifenspender bereitgestellt. Aber nach einem halben Tag war der dann auch weg, samt Inhalt. Ihr könnt also sicher meine Verzweiflung verstehen, wenn am Wochenende dann nicht einmal Licht brennt im Innenbad!
Außerdem weg ist der Urlaubseffekt. Und das nach nur zwei Wochen; zwei sehr stressigen Wochen ohne Wochenende (daher meine Verzweiflung, s.o.) und mit mindestens zwei Überstunden täglich. Im Urlaub verschwinden meine Nackenschmerzen meistens. Da mein Urlaub diesmal aber sehr vollgepackt und nicht so entspannend war (aber trotzdem sehr schön!) sind sie 'nur' (immerhin) etwas besser geworden. Und nun sind sie wieder da. Schwimmen war ich erst letzten Freitag wieder und die ungewohnte Bewegung hat natürlich erstmal nix besser gemacht. Mal sehen, wie es diese Woche wird. Joggen geh ich nun auch wieder. Das musste ja leider wegen meinem Heuschnupfen (und dem Stress) auch erstmal ausfallen.
Und noch was ist weg: Der Beitrag für eine Konferenz in Madrid im Juni. Der Beitrag, der mir den ganzen Stress verschafft hat. Also eigentlich ist ja die Wüste dran Schuld. In dem Beitrag gehts nämlich um Saharastaub. Und weg heißt hier nicht, dass ich ihn verschusselt habe, sondern ich habe ihn abgeschickt! Fristgerecht! Gestern! Am Sonntag! Ich kann also ab heute wieder 'normal' arbeiten.
Und jetzt bin ich auch noch weg.
Meine ganz persönlichen, äußerst subjektiven, manchmal nicht ganz ernst gemeinten Gedanken über das Leben (fast) am Rande des Kontinents, und überhaupt
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Samstag, 20. November 2010
Reisen
Manch einen mag es erstaunen, aber ich bin überhaupt kein reiselustiger Mensch! Ich fühle mich zu Hause am wohlsten und Verreisen ist mir eher lästig. So!
Zuerst Koffer packen: Man hat ständig das Gefühl man vergisst irgendetwas und wenn man wieder zurück kommt hat man (im Idealfall) nix vergessen, sondern eher viel zu viel mitgenommen.
Dann gehts los: anderthalb Stunden Bus fahren durch das Nichts des Alentejo (was ich ja eigentlich sehr schön finde, aber was für 1.5 h doch etwas abwechslungsarm ist), dann quer durch Lissabon, Anstellen am Schalter im Flughafen, Handgepäck durcheinander Bringen an der Sicherheitskontrolle, Warten am Gate (lange..., weil man ja großzügig plant), Kaufen von überteuertem Wasser, viele drängelnde Menschen beim Einsteigen ins Flugzeug, die wohl Angst haben, dass sie keinen Sitzplatz mehr bekommen, und dann...
ein Lichtblick!
Für mich das Größte beim Fliegen, ist der Start. Es scheint eine physikalische Unmöglichkeit! Dieser tonnenschwere Koloss aus Stahl, Plastik, Karbon (keine Ahnung...) und beladen mit so vielen Menschen fährt zur Startbahn, wartet auf das Ok vom Tower und gibt Gas! Er wird immer schneller, ruckelt und wackelt und rüttelt und wird noch schneller. Und dann hört das Ruckeln, das Wackeln und das Rütteln plötzlich auf und das Flugzeug wird ruhig (natürlich nicht im akustischen Sinne). Es fliegt! Wider aller Erwartungen meinerseits. Nach so vielen Flügen kann ich es trotzdem jedes Mal nicht wirklich glauben! Das Flugzeug gewinnt schnell an Höhe und an einem gewissen Punkt lässt der Schub nach und es fühlt sich an, als würde das Flugzeug nach unten fallen. Es kribbelt im Bauch bis man sich klar gemacht hat, dass es nur nicht mehr so stark steigt wie bisher. Und dann wirds uninteressant. Also abhängig von Wetter, Tageszeit und Sitzplatz. Am schönsten ist, einen Fensterplatz zu haben und eine klare Nacht. Dann kann man die Reflektion des Mondes auf Flüssen und Seen verfolgen. Silberne Bänder huschen schnell durch das so weit entfernte, schwarze Land. Wunderschön!
Nach der Landung bewundert man den Piloten und bedankt sich innerlich(!) für seinen tollen Job. Und man ist plötzlich wo ganz anders. Anderes Land, andere Sprache, andere Zeit. Manchmal fühle ich mich dann allein und hilflos, meistens schwanke ich aber nur zwischen müde und abenteuerlustig.
Nun gibt es für mich zwei verschiedene Arten von Reisen. Erstens die Dienstreisen, also Konferenzen, Meetings, Messkampagnen, Workshops und so weiter, und zweitens Urlaubsreisen. Die Dienstreisen sind für mich unvermeidbar, haben einen guten Grund und sind auch immer sehr interessant und schön. Aber ohne diesen guten Grund, würde ich gar nicht auf die Idee kommen, St. Petersburg, Genf oder Madrid zu bereisen.
Die Urlaubsreisen sind nicht, wie bei vielen anderen, dadurch motiviert, dass ich fremde Länder, Kulturen und Sehenswürdigkeiten kennenlernen will. Es reizt mich nicht, große Städte zu bereisen, weil es da unweigerlich sehr viele (zu viele!) Menschen auf einem Haufen gibt. Und Urlaub auf dem Land macht auch nur Spaß, wenn man dort liebe Leute kennt. Meinen Urlaub verbring ich daher immer zu Hause oder bei guten Freunden. Entscheidend sind also die Personen, die ich besuche und nicht die Orte.
Am Dienstag gehts nach Barcelona zu einem Meeting.
Am Freitag flieg ich direkt weiter nach Paris, einen Freund besuchen.
Ja, so reiseunlustig bin ich! ;)
Zuerst Koffer packen: Man hat ständig das Gefühl man vergisst irgendetwas und wenn man wieder zurück kommt hat man (im Idealfall) nix vergessen, sondern eher viel zu viel mitgenommen.
Dann gehts los: anderthalb Stunden Bus fahren durch das Nichts des Alentejo (was ich ja eigentlich sehr schön finde, aber was für 1.5 h doch etwas abwechslungsarm ist), dann quer durch Lissabon, Anstellen am Schalter im Flughafen, Handgepäck durcheinander Bringen an der Sicherheitskontrolle, Warten am Gate (lange..., weil man ja großzügig plant), Kaufen von überteuertem Wasser, viele drängelnde Menschen beim Einsteigen ins Flugzeug, die wohl Angst haben, dass sie keinen Sitzplatz mehr bekommen, und dann...
ein Lichtblick!
Für mich das Größte beim Fliegen, ist der Start. Es scheint eine physikalische Unmöglichkeit! Dieser tonnenschwere Koloss aus Stahl, Plastik, Karbon (keine Ahnung...) und beladen mit so vielen Menschen fährt zur Startbahn, wartet auf das Ok vom Tower und gibt Gas! Er wird immer schneller, ruckelt und wackelt und rüttelt und wird noch schneller. Und dann hört das Ruckeln, das Wackeln und das Rütteln plötzlich auf und das Flugzeug wird ruhig (natürlich nicht im akustischen Sinne). Es fliegt! Wider aller Erwartungen meinerseits. Nach so vielen Flügen kann ich es trotzdem jedes Mal nicht wirklich glauben! Das Flugzeug gewinnt schnell an Höhe und an einem gewissen Punkt lässt der Schub nach und es fühlt sich an, als würde das Flugzeug nach unten fallen. Es kribbelt im Bauch bis man sich klar gemacht hat, dass es nur nicht mehr so stark steigt wie bisher. Und dann wirds uninteressant. Also abhängig von Wetter, Tageszeit und Sitzplatz. Am schönsten ist, einen Fensterplatz zu haben und eine klare Nacht. Dann kann man die Reflektion des Mondes auf Flüssen und Seen verfolgen. Silberne Bänder huschen schnell durch das so weit entfernte, schwarze Land. Wunderschön!
Nach der Landung bewundert man den Piloten und bedankt sich innerlich(!) für seinen tollen Job. Und man ist plötzlich wo ganz anders. Anderes Land, andere Sprache, andere Zeit. Manchmal fühle ich mich dann allein und hilflos, meistens schwanke ich aber nur zwischen müde und abenteuerlustig.
Nun gibt es für mich zwei verschiedene Arten von Reisen. Erstens die Dienstreisen, also Konferenzen, Meetings, Messkampagnen, Workshops und so weiter, und zweitens Urlaubsreisen. Die Dienstreisen sind für mich unvermeidbar, haben einen guten Grund und sind auch immer sehr interessant und schön. Aber ohne diesen guten Grund, würde ich gar nicht auf die Idee kommen, St. Petersburg, Genf oder Madrid zu bereisen.
Die Urlaubsreisen sind nicht, wie bei vielen anderen, dadurch motiviert, dass ich fremde Länder, Kulturen und Sehenswürdigkeiten kennenlernen will. Es reizt mich nicht, große Städte zu bereisen, weil es da unweigerlich sehr viele (zu viele!) Menschen auf einem Haufen gibt. Und Urlaub auf dem Land macht auch nur Spaß, wenn man dort liebe Leute kennt. Meinen Urlaub verbring ich daher immer zu Hause oder bei guten Freunden. Entscheidend sind also die Personen, die ich besuche und nicht die Orte.
Am Dienstag gehts nach Barcelona zu einem Meeting.
Am Freitag flieg ich direkt weiter nach Paris, einen Freund besuchen.
Ja, so reiseunlustig bin ich! ;)
Freitag, 9. Juli 2010
Lebenszeichen
Ich bin gut in Russland gelandet. Und morgen ist der ganze Spaß schon wieder vorbei. Es ist eine sehr interessante Konferenz und es ist natürlich toll, die alten Kollegen wieder zu treffen, aber auch, neue kennen zu lernen.
Hier ist es fast so heiß wie in Évora. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht das Ganze aber etwas schwerer erträglich. Und es gibt nur wenige Stunden richtige Nacht. Die berühmten 'weißen Nächte' sind grad erst vorbei. Und wie das auf so einer Konferenz so ist, will man sich natürlich auch die Stadt angucken und ein paar schöne Abende verbringen. Das trägt alles dazu bei, dass wir bisher keine Nacht mehr als 5 Stunden geschlafen haben. Und heute wird das auch nix. Um 1 morgen früh machen wir eine Bootstour. St. Petersburg hat sehr viele Kanäle (40 laut meinem Taxifahrer, der kein Englisch konnte, aber mit Gesten alles ganz gut erklären konnte - während der Fahrt...). Und es gibt natürlich auch viele Brücken (2000 laut ebendiesem Taxifahrer). Einige von denen (22 - ratet mal, von wem ich diese Information habe...) werden über Nacht geöffnet, dass die Schiffe von der Ostsee in die Stadt fahren können. Das wollen wir uns heute Nacht vom Wasser aus angucken, obwohl wir einige der Brücken auch von unserem Hotelzimmer sehen können.
Hier ist es fast so heiß wie in Évora. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht das Ganze aber etwas schwerer erträglich. Und es gibt nur wenige Stunden richtige Nacht. Die berühmten 'weißen Nächte' sind grad erst vorbei. Und wie das auf so einer Konferenz so ist, will man sich natürlich auch die Stadt angucken und ein paar schöne Abende verbringen. Das trägt alles dazu bei, dass wir bisher keine Nacht mehr als 5 Stunden geschlafen haben. Und heute wird das auch nix. Um 1 morgen früh machen wir eine Bootstour. St. Petersburg hat sehr viele Kanäle (40 laut meinem Taxifahrer, der kein Englisch konnte, aber mit Gesten alles ganz gut erklären konnte - während der Fahrt...). Und es gibt natürlich auch viele Brücken (2000 laut ebendiesem Taxifahrer). Einige von denen (22 - ratet mal, von wem ich diese Information habe...) werden über Nacht geöffnet, dass die Schiffe von der Ostsee in die Stadt fahren können. Das wollen wir uns heute Nacht vom Wasser aus angucken, obwohl wir einige der Brücken auch von unserem Hotelzimmer sehen können.
Samstag, 3. Juli 2010
Urlaub
So, heute nur ganz kurz:
Die meisten wissen ja schon Bescheid. Ich komme am 10.07. spätabends in Leipzig an und fahre am 11. gleich weiter in die Heimat (juhuu). Vom 19. bis 23. bin ich dann wieder in Leipzig und evtl am Wochenende vorher und/oder nachher. Dann gehts wieder nach Hause und am 3. August flieg ich wieder nach Portugal.
Also alle melden bitte! Ich will euch alle mal sehen!!!
Jetzt gehts erstmal noch nach Russland zur International Laser Radar Conference
Die meisten wissen ja schon Bescheid. Ich komme am 10.07. spätabends in Leipzig an und fahre am 11. gleich weiter in die Heimat (juhuu). Vom 19. bis 23. bin ich dann wieder in Leipzig und evtl am Wochenende vorher und/oder nachher. Dann gehts wieder nach Hause und am 3. August flieg ich wieder nach Portugal.
Also alle melden bitte! Ich will euch alle mal sehen!!!
Jetzt gehts erstmal noch nach Russland zur International Laser Radar Conference
Freitag, 30. Oktober 2009
International Symposium for Tropospheric Profiling in Delft
Ich bin zurück von meiner gefühlt-langen Reise die aber ja nichtmal 2 Wochen gedauert hat. Es ist viel passiert, ich hab ne Menge gesehen und viele liebe Menschen getroffen unterwegs!
Zuerst ging es nach Amsterdam, eine großartige Stadt! Ich bin ja nicht so ein Stadt-Fan aber Amsterdam war sowas von toll! Ich hatte leider nur wenige Stunden Zeit und konnte mir deshalb nur einen groben Überblick verschaffen, aber ich fands echt schön. Da muss ich glaub ich nochmal hin irgendwann.
Bei der Landung in Amsterdam ist mir sofort aufgefallen, wie grün es doch noch ist in Mitteleuropa. Das war ein total krasser Gegensatz zu Portugal. Auch dass die Holländer alles mögliche tun, um das viele Wasser loszuwerden (schließlich liegt der Großteil des Landes unter NN), kommt einem sehr paradox vor, wenn man portugiesische Verhältnisse gewöhnt ist.
In Delft bin ich dann erst kurz vor Mitternacht angekommen und da fuhren dann keine Busse mehr. Ich hab mir ein Taxi zum Hotel genommen und hoffe mal, dass ich das von der Uni bezahlt bekomme. Dafür hab ich dann die ganze Woche kein Geld für den ÖPNV gebraucht. Die TU-Delft, in der die Konferenz statt fand, war ungefähr 35 Minuten Fussweg von meinem Hotel entfernt.
Ich fands total klasse, frühmorgens erstmal durch das herbstliche Delft zu stapfen. Der mitteleuropäische Herbst ist schon toll! :) Und Delft hat fast ein bissl dörflichen Charakter.
Es hat ein paarmal geregnet aber die Organisatoren der Konferenz haben das wohl kommen sehen ;) und Schirme verteilt. Und zwar spezielle, in Delft entwickelte Sturmschirme. Ich hab ihn einmal benutzt, da hat es aber leider grad nicht gestürmt. Ein richtiger Test steht also noch aus, aber ich denke dass ich über den Winter noch genug Gelegenheit haben werde.
Das Hotel war auch sehr toll. Ich hatte ein riesiges Zimmer (und Bett) ganz für mich allein. Da wars schon fast schade, dass ich spätestens 6:30 Uhr aufstehen musste, nachdem ich selten vor 23:00 Uhr zurück im Hotel war. Aber frühs konnte man sich gleich auf ein supertolles Frühstück freuen. Ist schon toll, wenn man alles nur noch vorgesetzt bekommt. Auf Dauer wär mir das zwar nix, weil es dann ja doch immer das Selbe gibt, aber für ne Woche wars klasse, so zu leben. Man neigt dann allerdings auch immer dazu, viel mehr zu essen, als man eigentlich braucht. Mittagessen gabs dann sogar auch noch auf der Konferenz, also belegte Brötchen und diverse Salate. Auch lecker!
Die Konferenz an sich war sehr interessant. Ich hab dort viele neue Leute kennengelernt und interessante Gespräche geführt. Außerdem hab ich ein paar Lidarleute aus Leipzig getroffen. Das war toll. Besonders möchte ich mich bei Ronny bedanken, für seinen zweirädrigen Shuttleservice! :) In Holland fährt übrigens wirklich jeder Fahrrad. Und Mércia glaubt, das sei eine deutsche Macke...
Wir hatten auch einen field-trip, also so ne Art Klassenausflug nach Cabauw, einer Messstation vom KNMI, dem Niederländischen Wetterdienst. Dort ist auch das obige Bild entstanden. Außer Traktoren (ganz weit hinten im Bild) gabs dort nen riesigen Messmast, Windprofiler, Radars, Lidars, etliche Strahlungsmessgeräte usw. Äußerst interessant!
Die Woche war total schnell rum und am Samstag früh bin ich noch vorm Frühstück zum Bahnhof gestiefelt. Dort gab es Ticketautomaten. Die haben aber leider meine Karte nicht haben wollen. Eine Bezahlung in Münzen wär noch gegangen, aber wer trägt schon 8,70 Euro Kleingeld mit sich rum. Der Schalter war noch geschlossen. Was tun? Der Zug stand schon am Bahnsteig und würde in 2 Minuten abfahren. Ich hab also versucht, nen Schaffner zu finden, hatte aber keinen Erfolg. Dann hab ich mich einfach trotzdem in den Zug gesetzt. Irgendwann kam dann tatsächlich ein Schaffner (Mist!). Ich hab ihm mein Dilemma erklärt und er meinte, dass es 35 Euro mehr kostet, wenn man eine Karte im Zug kauft. (Nett ausgedrückt für Schwarzfahrerstrafe.) Ich erkläre ihm also nochmal, dass es ja nicht meine Schuld ist, dass ich das Ticket ja kaufen wollte, aber nicht konnte! Da fragt er mich, ob ich Geld dabei habe - was ich bejahte, wo ich hin will - zum Flughafen, wo ich hinfliege - nach England, ob ich gedenke zurückzukommen - nein danach gehts nach Portugal. Daraufhin meint er: ok. Ich krame also meinen 10 Euro-Schein raus, aber den will er nicht. Da war ich erstmal bissl verwirrt. Er sagte dann, dass er mich ohne Fahrschein fahren lässt, wenn das nicht noch einmal vorkommt! Das hab ich dann überhaupt nicht mehr kapiert. Soviel Aufregung am frühen Morgen! Das Dumme war, dass ich umsteigen musste. Glücklicherweise stand der Schaffner des nächsten Zuges gleich am Bahnsteig, ich konnte ihn also fragen, wie das ist, bevor ich einsteige. Der hat zwar auch etwas grimmig geguckt, aber nachdem auch er sich vergewissert hat, dass ich in absehbarer Zeit keinen Fuss mehr auf niederländischen Boden setzen werde, durfte ich auch in diesem Zug 'legal schwarzfahren'. (Das soll jetzt keine Anleitung gewesen sein!)
Dann ging es weiter nach London und Wales. Was da so alles passiert ist, gibts im nächsten Eintrag.
Zuerst ging es nach Amsterdam, eine großartige Stadt! Ich bin ja nicht so ein Stadt-Fan aber Amsterdam war sowas von toll! Ich hatte leider nur wenige Stunden Zeit und konnte mir deshalb nur einen groben Überblick verschaffen, aber ich fands echt schön. Da muss ich glaub ich nochmal hin irgendwann.
Bei der Landung in Amsterdam ist mir sofort aufgefallen, wie grün es doch noch ist in Mitteleuropa. Das war ein total krasser Gegensatz zu Portugal. Auch dass die Holländer alles mögliche tun, um das viele Wasser loszuwerden (schließlich liegt der Großteil des Landes unter NN), kommt einem sehr paradox vor, wenn man portugiesische Verhältnisse gewöhnt ist.
In Delft bin ich dann erst kurz vor Mitternacht angekommen und da fuhren dann keine Busse mehr. Ich hab mir ein Taxi zum Hotel genommen und hoffe mal, dass ich das von der Uni bezahlt bekomme. Dafür hab ich dann die ganze Woche kein Geld für den ÖPNV gebraucht. Die TU-Delft, in der die Konferenz statt fand, war ungefähr 35 Minuten Fussweg von meinem Hotel entfernt.
Es hat ein paarmal geregnet aber die Organisatoren der Konferenz haben das wohl kommen sehen ;) und Schirme verteilt. Und zwar spezielle, in Delft entwickelte Sturmschirme. Ich hab ihn einmal benutzt, da hat es aber leider grad nicht gestürmt. Ein richtiger Test steht also noch aus, aber ich denke dass ich über den Winter noch genug Gelegenheit haben werde.
Das Hotel war auch sehr toll. Ich hatte ein riesiges Zimmer (und Bett) ganz für mich allein. Da wars schon fast schade, dass ich spätestens 6:30 Uhr aufstehen musste, nachdem ich selten vor 23:00 Uhr zurück im Hotel war. Aber frühs konnte man sich gleich auf ein supertolles Frühstück freuen. Ist schon toll, wenn man alles nur noch vorgesetzt bekommt. Auf Dauer wär mir das zwar nix, weil es dann ja doch immer das Selbe gibt, aber für ne Woche wars klasse, so zu leben. Man neigt dann allerdings auch immer dazu, viel mehr zu essen, als man eigentlich braucht. Mittagessen gabs dann sogar auch noch auf der Konferenz, also belegte Brötchen und diverse Salate. Auch lecker!
Die Konferenz an sich war sehr interessant. Ich hab dort viele neue Leute kennengelernt und interessante Gespräche geführt. Außerdem hab ich ein paar Lidarleute aus Leipzig getroffen. Das war toll. Besonders möchte ich mich bei Ronny bedanken, für seinen zweirädrigen Shuttleservice! :) In Holland fährt übrigens wirklich jeder Fahrrad. Und Mércia glaubt, das sei eine deutsche Macke...
Wir hatten auch einen field-trip, also so ne Art Klassenausflug nach Cabauw, einer Messstation vom KNMI, dem Niederländischen Wetterdienst. Dort ist auch das obige Bild entstanden. Außer Traktoren (ganz weit hinten im Bild) gabs dort nen riesigen Messmast, Windprofiler, Radars, Lidars, etliche Strahlungsmessgeräte usw. Äußerst interessant!
Die Woche war total schnell rum und am Samstag früh bin ich noch vorm Frühstück zum Bahnhof gestiefelt. Dort gab es Ticketautomaten. Die haben aber leider meine Karte nicht haben wollen. Eine Bezahlung in Münzen wär noch gegangen, aber wer trägt schon 8,70 Euro Kleingeld mit sich rum. Der Schalter war noch geschlossen. Was tun? Der Zug stand schon am Bahnsteig und würde in 2 Minuten abfahren. Ich hab also versucht, nen Schaffner zu finden, hatte aber keinen Erfolg. Dann hab ich mich einfach trotzdem in den Zug gesetzt. Irgendwann kam dann tatsächlich ein Schaffner (Mist!). Ich hab ihm mein Dilemma erklärt und er meinte, dass es 35 Euro mehr kostet, wenn man eine Karte im Zug kauft. (Nett ausgedrückt für Schwarzfahrerstrafe.) Ich erkläre ihm also nochmal, dass es ja nicht meine Schuld ist, dass ich das Ticket ja kaufen wollte, aber nicht konnte! Da fragt er mich, ob ich Geld dabei habe - was ich bejahte, wo ich hin will - zum Flughafen, wo ich hinfliege - nach England, ob ich gedenke zurückzukommen - nein danach gehts nach Portugal. Daraufhin meint er: ok. Ich krame also meinen 10 Euro-Schein raus, aber den will er nicht. Da war ich erstmal bissl verwirrt. Er sagte dann, dass er mich ohne Fahrschein fahren lässt, wenn das nicht noch einmal vorkommt! Das hab ich dann überhaupt nicht mehr kapiert. Soviel Aufregung am frühen Morgen! Das Dumme war, dass ich umsteigen musste. Glücklicherweise stand der Schaffner des nächsten Zuges gleich am Bahnsteig, ich konnte ihn also fragen, wie das ist, bevor ich einsteige. Der hat zwar auch etwas grimmig geguckt, aber nachdem auch er sich vergewissert hat, dass ich in absehbarer Zeit keinen Fuss mehr auf niederländischen Boden setzen werde, durfte ich auch in diesem Zug 'legal schwarzfahren'. (Das soll jetzt keine Anleitung gewesen sein!)
Dann ging es weiter nach London und Wales. Was da so alles passiert ist, gibts im nächsten Eintrag.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Konferenz und so
Am Sonntag gehts los und ich freu mich schon ganz schön sehr! Erstmal fahr ich zur ISTP (International Symposium for Tropospheric Profiling) nach Delft, Niederlande. Das wird toll. Ich bin auch gar nicht sehr aufgeregt, weil ich diesmal keinen Vortrag machen darf sondern 'nur' ein Poster präsentiere. Kann ich also auch mal wie ein total gescheiter Mensch durch den Flughafen stolzieren mit meiner Posterrolle. Ha! Obwohl es ja eigentlich viel gescheiter ist, das ganze Zeugs im Kopf mit sich rumzutragen. Aber da siehts halt niemand... Ich hab ja nur die Befürchtung, dass ich die Rolle irgendwo liegen lasse, oder dass die Sicherheitsleute das Ding verdächtig finden (ist schon vorgekommen!).
Eine Woche bleib ich in Delft und werde den mitteleuropäischen Spätherbst genießen, Vorträge anhören, Kaffeepausen machen (aber nur wegen den Keksen) und natürlich dekorativ neben meinem Poster stehen!
Das beste kommt aber danach! Nein, nicht der Rückflug, sondern ein Weiterflug, der auch nur 5 Minuten dauert. Von Amsterdam nach London; Abflug um 9:35 Uhr, Ankunft um 9:40. :) Dann fahr ich mit dem Zug weiter nach Swansea, Wales. Dort arbeitet und wohnt grad die allerbeste Lieblingsschwester die es gibt auf der ganzen Welt. Und zwar nur für 2 Monate. Die Gelegenheit muss man doch nutzen. Ach wie ich mich freue!
Dort kann ich mich endlich mal ausruhen, und Wales kennenlernen. Ich hatte immerhin keinen Urlaub seit den 3 Tagen Ende Juni in Deutschland. Und diesmal ist es streng genommen gar kein Urlaub, sondern Überstundenabfeiern. Um so besser - bleibt mehr übrig für meinen Weihnachtsurlaub :) Und bis dahin ist es ja dann auch nicht mehr lang. Schließlich haben wir schon Mitte Oktober und Lebkuchen gibts mittlerweile auch schon in Portugal - allerdings noch keinen Schnee... Wir haben hier Tagesmaxima von 25-30 °C ... ääähm ... plus ;) Ich will mich aber nicht beschweren, hier gibts schließlich keine Heizung, das sollte man im Hinterkopf behalten.
Ach ja, jetzt muss ich doch nochmal mit dem Hund anfangen. Gestern war ich mit ihm draußen und hab versucht ihm den Befehl 'Sitz' beizubringen (sente auf portugiesisch, ist schließlich ein portugiesischer Hund). Er hatte es so halbwegs kapiert aber unterwegs war er ziemlich unruhig. Drum hab ichs erstmal auf sich beruhen lassen. Und wenn wir dann wieder daheim ankommen, ist meist auch nicht viel mit ihm anzufangen. Da springt er nur rum, rennt von mir zu Leonor, zum Tor, zu mir, zum Tor, zu Leonor, und so weiter. Und vor allem springt er an mir und Leonor hoch. Das ist auch so ne Unart. Na jedenfalls achte ich schon drauf, dass er das bei mir ni mehr macht. Als ich ihn dann gestern zurechtgewiesen hab (não!), hat er sich erstmal auf den Boden geschmissen. Hab gelesen, dass das ein Zeichen dafür ist, dass er mich als Chefin (Alphawolf) akzeptiert. Und Leonor stand daneben... aber ich glaub nicht, dass sie weiß, was ich weiß... Das hat mich schon ganz schön sehr stolz gemacht. Und danach hat er sich immer wenn er an mir hochspringen wollte, lieber hingesetzt, weil er sich gemerkt hatte, dass ich ihn vorher dafür sehr gelobt hatte.
Ist schon drollig der Fred!
Eine Woche bleib ich in Delft und werde den mitteleuropäischen Spätherbst genießen, Vorträge anhören, Kaffeepausen machen (aber nur wegen den Keksen) und natürlich dekorativ neben meinem Poster stehen!
Das beste kommt aber danach! Nein, nicht der Rückflug, sondern ein Weiterflug, der auch nur 5 Minuten dauert. Von Amsterdam nach London; Abflug um 9:35 Uhr, Ankunft um 9:40. :) Dann fahr ich mit dem Zug weiter nach Swansea, Wales. Dort arbeitet und wohnt grad die allerbeste Lieblingsschwester die es gibt auf der ganzen Welt. Und zwar nur für 2 Monate. Die Gelegenheit muss man doch nutzen. Ach wie ich mich freue!
Dort kann ich mich endlich mal ausruhen, und Wales kennenlernen. Ich hatte immerhin keinen Urlaub seit den 3 Tagen Ende Juni in Deutschland. Und diesmal ist es streng genommen gar kein Urlaub, sondern Überstundenabfeiern. Um so besser - bleibt mehr übrig für meinen Weihnachtsurlaub :) Und bis dahin ist es ja dann auch nicht mehr lang. Schließlich haben wir schon Mitte Oktober und Lebkuchen gibts mittlerweile auch schon in Portugal - allerdings noch keinen Schnee... Wir haben hier Tagesmaxima von 25-30 °C ... ääähm ... plus ;) Ich will mich aber nicht beschweren, hier gibts schließlich keine Heizung, das sollte man im Hinterkopf behalten.
Ach ja, jetzt muss ich doch nochmal mit dem Hund anfangen. Gestern war ich mit ihm draußen und hab versucht ihm den Befehl 'Sitz' beizubringen (sente auf portugiesisch, ist schließlich ein portugiesischer Hund). Er hatte es so halbwegs kapiert aber unterwegs war er ziemlich unruhig. Drum hab ichs erstmal auf sich beruhen lassen. Und wenn wir dann wieder daheim ankommen, ist meist auch nicht viel mit ihm anzufangen. Da springt er nur rum, rennt von mir zu Leonor, zum Tor, zu mir, zum Tor, zu Leonor, und so weiter. Und vor allem springt er an mir und Leonor hoch. Das ist auch so ne Unart. Na jedenfalls achte ich schon drauf, dass er das bei mir ni mehr macht. Als ich ihn dann gestern zurechtgewiesen hab (não!), hat er sich erstmal auf den Boden geschmissen. Hab gelesen, dass das ein Zeichen dafür ist, dass er mich als Chefin (Alphawolf) akzeptiert. Und Leonor stand daneben... aber ich glaub nicht, dass sie weiß, was ich weiß... Das hat mich schon ganz schön sehr stolz gemacht. Und danach hat er sich immer wenn er an mir hochspringen wollte, lieber hingesetzt, weil er sich gemerkt hatte, dass ich ihn vorher dafür sehr gelobt hatte.
Ist schon drollig der Fred!
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