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Sonntag, 6. Februar 2011

Grün

Ich habe eine neue Mitbewohnerin! Sie heißt Pachira und braucht nicht viel Platz. Meine Wohnung ist schließlich nicht so groß. Sie macht auch kein Geschirr dreckig, dafür wäscht sie allerdings auch nicht ab... Aber das wär ja doch etwas zu viel verlangt.


Und ich habe gestern mal wieder festgestellt, wie schön doch Portugal im Winter sein kann, wenn es nicht regnet. Und zur Zeit (seit Anfang des Jahres) ist es hier fast so trocken wie normalerweise im Sommer. Aber glücklicherweise nicht so heiß. Das perfekte Wetter also! Und Beweise könnt ihr euch auch angucken:

Montag, 13. September 2010

Der Nächste bitte

Heute hab ich nicht ganz so feierlich die Balkonsaison eröffnet! (Ist das eigentlich einen Anti-Aliteration? Also Balkonsaison?) Nicht dass man tagsüber draußen sitzen könnte (wenn man, so wie ich einen Südseitenbalkon hat), nein! Aber frühstücken kann ich jetzt dort und Abendessen auch, wenn es, so wie heute, mal wieder später wird. Heute früh hab ich mir nämlich einen Balkonstuhl gekauft. Einen Plastiktisch hatte ich noch 'im Keller' stehen, von meiner Vermieterin. Einen eigentlichen Keller gibt es nicht, aber ich hab einen Abstellraum unterm Dach, wo auch die Waschmaschine steht und wo ich noch einen weiteren Balkon habe zum Wäsche trocknen. :) Man könnte also Boden sagen, aber da die Waschmaschine drin steht, geht das Wort dafür nicht so ganz in meinen Kopf. Außerdem hat ein Boden aus Holz zu sein. In Portugal werden aber die Dächer meist betoniert. Es kommt also kein Boden-Feeling auf.
Doch zurück zum Stuhl. Ich wollte so einen tollen, bei dem man die Lehne verstellen kann, der also sowohl zum am-Tisch-Sitzen als auch zum Rumlümmeln-und-Buch-Lesen geeignet ist; am besten noch mit so flexiblem Plastik- oder Textilmaterial als Lehne und Sitzfläche. Gar nicht so einfach! So einen Stuhl gibt es hier nicht. Jedenfalls nicht in den Geschäften, in denen ich war. Am Ende bin ich dann ganz verzweifelt in den China-Markt gegangen und hab mir einen ganz normalen Klappstuhl gekauft. Der hat aber zumindest das richtige Material. Und er ist grün :) Dafür ist der Mond heute rot, seh ich grad. Ich bin heute sehr abschweifig. Ich hoffe, ihr könnt folgen... Und dass der Mond so rot ist, hängt ziemlich direkt damit zusammen, dass mein Abendessen heute später geworden ist. Ich war nämlich nochmal kurz Saharastaub messen. Und auf dem Weg zurück ist mir noch das Folgende aufgefallen.
Was die Portugiesen außer Kreisverkehre nämlich noch lieben, ist Nummern zu ziehen - bzw Nummern ziehen zu lassen. In jeglichen Ämtern, bei der Post, beim Arzt aber sogar auch am Fleisch-, Bäcker- und Fischstand im Supermarkt! Und heute als ich beim Broilerladen vorbeigegangen bin, hab ich gesehen, dass es sie auch dort gibt, die Nummern.

Sonntag, 12. September 2010

Viel los

Meine alte Wohngegend war eher von Ureinwohnern geprägt - alte, zum Teil freundliche und allesamt neugierige Nachbarn. Die Häuser hatten höchstens zwei Etagen, es war nicht weit zum Park und Rossio war gleich nebenan - der berüchtigte Festplatz, auf dem jeden zweiten Dienstag im Monat ein Markt stattfindet, bei Stierkämpfen oder Konzerten in der Arena (ja, es ist eine Mufu-Arena) auch gern als Parkplatz genutzt. Jeden Morgen entweder 8:30 oder 9:00 Uhr kam das Bäckerauto (jedenfalls immer, wenn ich um die Zeit daheim war), hat gehupt und an der Einfahrt zu unserer sehr kurzen Straße gehalten und die Omis und Opis mit frischen Brötchen versorgt. Auf der Kopfsteinpflasterstraße rings um Rossio war eigentlich immer Verkehr und vor allem Sirenen von Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr hat man oft gehört. Rossio ist nämlich von drei Seiten von Einbahnstraßen umgeben. Wenn man also einmal drin ist in der Verkehrsführung musste man zwangsläufig bei uns vorbei. Allerdings war es genau das. Vorbeifahren. Zum Anhalten gab es kaum einen Grund.

Jetzt bin ich wenige hundert Meter stadtauswärts gezogen, in eine neuere Wohngegend, und bin damit schon fast wieder raus aus der Stadt - ja, Évora ist nicht groß, jedenfalls nicht in diese Richtung. ;) Die Häuser haben etwa vier Etagen, die Straße Asphalt und die Nachbarn sind allerhöchstens nur noch halb so alt und natürlich vielzähliger. Es gibt deutlich weniger Sirenengeheul hier, allerdings mehr Verkehr insgesamt. Gleich nebenan ist ein kleiner Kreisverkehr - eigentlich eine normale 4-Straßen-Kreuzung, aber die Portugiesen lieben Kreisverkehre und praktisch sind sie ja in der Tat. Allerdings kommt mir die Kreisverkehrregelung in Portugal ziemlich komisch vor. Bisher hab ich noch kein richtiges System dahinter erkannt. Ein befreundeter Franzose, der hier Auto fährt, ist auch noch nicht dahinter gekommen. Deshalb hab ich das mal beobachtet. Ich hab das ja so gelernt: reinfahren nach rechts rum ohne zu blinken und nur beim Rausfahren wird geblinkt. Klingt logisch, verständlich, einfach, übersichtlich, effektiv (keine typisch portugiesischen Eigenschaften, nach meinen bisherigen Erfahrungen).
Also, wie machen die das? Soweit ich das verstehe, behandeln sie den Kreisverkehr, als wäre es eine normale Kreuzung. Wenn sie also in einem Vierer-Kreisverkehr (wie der vor meinem Haus) die erste Abfahrt nehmen wollen, blinken sie rechts, bei der zweiten gar nicht und bei der dritten links. Ich weiß nicht, was sie tun, wenn sie umkehren wollen - wahrscheinlich einfach warten, bis grad niemand guckt :) Komplexer wird das bei großen Kreisverkehren, denn da sieht man natürlich oft nicht, wo ein Auto reinkommt und daher weiß man auch nicht, wo es laut Blinkung hin will. Um das System zu verstehen müsste ich wohl nochmal umziehen. Es hat jedenfalls etwas mit verschiedenen Fahrspuren zu tun. Also wer raus will, fährt rechts und wer drin bleibt fährt links (innen). Allerdings gehen auch manchmal mehrere Fahrspuren aus dem Kreisverkehr raus... Und wie das da mit dem Blinken ist, kann ich auch nicht sagen.
Mich hat diese Kreisverkehrsbehandlung etwas gewundert (nur ein ganz kleines bisschen, nach mehr als anderthalb Jahren in Portugal). Aber von meinem Beobachtungsposten konnte ich feststellen, dass sogar Fahrschulen dieses System anwenden. Und ich dachte, Verkehrsregeln werden nach und nach EU-weit gleichgebügelt. Vielleicht gibts also bald EU-weit die portugiesische Methode, dann wisst ihr wenigstens auch, wovon ich hier schreibe ;)

Außer dem Kreisverkehr gibts hier aber noch viiiieeeel mehr zu sehen, zum Beispiel aufgebrochene Bäckertransporter, liegengebliebene Kleinwagen und Straßenfeger mit portugiesischer Effizienz. Da ich aber jetzt schon wieder so viel geschrieben hab, werd ich das erstmal nicht weiter ausführen.

Montag, 6. September 2010

Die Neue

Vor knapp 3 Wochen bin ich in meine allererste ganz eigene Wohnung gezogen. Und damit ihr euch mal ein Bild machen könnt, hab ich euch mal ein Bild gemacht. Vorher hab ich extra Ordnung gemacht und sogar die Fenster geputzt! :)
Die gelben Punkte sind übrigens Lampen. Außer dem Sofa. Das ist ein Sofa und kein Punkt. Obwohl ja die Lampe in der Küche auch kein Punkt ist... Naja, kann man mir folgen? (Die dargestellten Farben der Möbel sind übrigens in etwa an die realen angelehnt.)
Der Umriss vom Balkon meiner Nachbarn (über mir), soll veranschaulichen, wie cool meine Wohnung im Vergleich zu deren ist. Außerdem kann man daraus ersehen, wo mein Balkon überdacht ist und wo nicht. Und man sieht den Grund, warum das Balkonwaschwasser aller über mir Wohnenden mitten auf meinem Balkon landet. Es wird nämlich nicht in eine Regenrinne geleitet, sondern mitten auf meinen Balkon.Die gestrichelte Wand zwischen dem Wohnzimmer und dem Schlafzimmer ist ein Raumteiler aus Holz. Da kann man so halb durchgucken. Und das Fenster zwischen Küche und Wohnzimmer ist eine Durchreiche.Die meisten Möbel sind von der Vermieterin. Letzte Woche war ich mit Kollegen aber bei Ikea und hab mir noch ein Regal und bissl Kleinkram gekauft. Mittlerweile bin ich also richtig gut ausgerüstet. Nur Molger hätte ich noch gerne. Molger ist ein Badregal, das aber natürlich nicht mehr ins Bad passt, wie man auf dem Bild sieht. Es ist auch nicht wirklich ein Regal. Eher so ein kleines Rollwägelchen. Ich brauch nämlich noch etwas Stauraum in der Küche. Von dem großen Hängeschrank ist nur ein Drittel echter Schrank. Im ersten Drittel ist der Dunstabzug und im zweiten der Durchlauferhitzer fürs Warmwasser – den ich übrigens noch nicht mal ausprobiert habe. Molger war aber letztes Wochenende leider nicht mehr verfügbar und darum werd ich ersteinmal probieren, mit dem Platz auszukommen, den ich habe. Und da bei mir sowieso jedes Ding seinen Platz hat, komm ich ganz gut zurecht. Ich darf nur nicht noch mehr kaufen. ;)

Da wir grad beim Kaufen sind: Letzte Woche war ich in einer Filiale einer portugiesischen Supermarktkette. Dort hab ich entdeckt, dass es Ökoschrubber gibt. Ich wische jetzt mit einem Mop aus recycelten bzw nachwachsenden Rohstoffen. Der Stiel ist aus recyceltem Stahl, wurde also wahrscheinlich aus einem ausrangiertem Auto hergestellt. Ob das einer meiner Mazdas war? Der Stiel ist allerdings grün...
Dann hab ich mir gleich noch Ökowaschmittel gekauft. Das riecht bissl komisch, wäscht aber ganz gut, soweit ich das nach dem ersten Test beurteilen konnte.
Und da ich einmal auf dem Trip war, hab ich gleich noch nach Biolebensmitteln gesucht. Danach muss man hier wirklich SUCHEN. Aber ich hab tatsächlich Biomilch gefunden!!! Und natürlich gleich gekauft. Es war ultrahocherhitzte Milch, sollte also mehrere Monate haltbar sein. Diese war noch bis Mitte September haltbar und schon seeeehr eingestaubt. Daran sieht man ziemlich deutlich, dass Bioprodukte hier noch keinen Fuß gefasst haben. Auch Eier kann ich nur in einem einzigen Supermarkt kaufen, weil es nur dort Eier von Freilandhühnern gibt. Und die haben normalerweise auch nur wenige Packungen da stehen. Bioeier hab ich noch gar nicht gesehen.
Aber zurück zur Milch. Vor ein paar Tagen hab ich sie geöffnet und mal nachgeguckt, wo die eigentlich produziert wurde. Und da lacht mich doch ein lautes deutliches DE – RP an. Auf einer portugiesischen Milchpackung von einer portugiesischen Supermarktkette! Das fand ich sehr witzig!

So, und zum Schluss noch eine Anmerkung zu der langen Sendepause (mal wieder... mir fällt aber auch immer wieder eine Ausrede ein!) Ich hab (noch) kein Internet in der neuen Wohnung. Daher schreib ich diesen Blogeintrag auch offline und werd ihn dann am Montag von der Arbeit aus online stellen.
Was ich jedoch festgestellt habe ist, dass man offline viel mehr Zeit hat für die vielen Dinge, die man so machen will. :)