Ich war gerade joggen. Da kann man so schön nachdenken. Wenn mich etwas beschäftigt oder aufregt, hilft es eigentlich meistens, eine Runde zu rennen. Dann ist der Kopf wieder frei und man kann beruhigt ins Bett gehen, ohne das Problem in selbigem durchdenken zu müssen. Heute hatte ich viel zu denken. Und nach einer Stunde, in der ich überhaupt nicht gemerkt habe, dass ich laufe, war ich irgendwie noch nicht fertig damit. Falls ich also irgendwann einen Halbmarathon laufen will, muss ich mir vorher nur ein Problem anlachen und ein paar Wochen schmoren lassen - das hält dann schon für 2-3 Stunden. ;) Damit ich nachher trotzdem wie gewohnt schnell einschlafen kann, muss ich es eben noch aufschreiben.
Ihr habt sicher schon mal vom Charme südländischer Männer gehört. Genau das ist mein Problem. Ich habe ja nichts gegen Männer, die mir Komplimente machen. Aber das ist mir hier meines Wissens auch noch nicht passiert (außer gelegentlich von Männern, die ich kenne und die nicht zwingend Südländer sind). Hier starren sie einen an, sie glotzen, sie hupen, sie rufen einem aus fahrenden Autos zweifelhafte Bemerkungen zu. Ich gebe zu, dass ich die Worte, die sie da rufen, nicht verstehe. Aber der Tonfall und die Art und Weise (aus fahrenden Autos...) sprechen eine deutliche Sprache. Es sind die Jüngeren, die sich so lautstark bemerkbar machen. Männer mittleren und höheren Alters beschränken sich aufs visuelle Grabschen (sorry, es fällt mir kein besserer Ausdruck ein, das zu beschreiben) oder eine gemurmelte Bemerkung im Vorbeigehen. Natürlich nur, wenn sie meinen, die Ehefrau merkts nicht. Damit liegen sie natürlich meist falsch und ich ziehe somit auch die geringschätzigen Blicke der Frauen mittleren Alters auf mich.
Ehe hier ein falsches Bild entsteht: Es sind natürlich nicht alle so. Und ich glaube fest daran, dass es liebe und nette Portugiesen gibt, die sich anständig benehmen. Aber vorsichtig geschätzt trifft es auf etwa ein Viertel der Männer zu. Es passiert also nicht ab und zu mal, sondern mehrmals täglich. Jedenfalls das Glotzen. Zurufe bekomme ich etwa einmal die Woche. Und das zerrt ganz schön an meinen Nerven! Ich werde paranoid, glaube alle starren mich an, ich lächle nicht mehr, wenn ich die Straße entlang gehe - es könnte ja missverstanden werden, ich werde verbittert und freue mich, meine Wohnungstür hinter mir schließen zu können. Laufen ist für mich oft nicht mehr Entspannung sondern eher ein Spießrutenlauf. Aber ich will doch mein Lächeln, meine positive Einstellung und mein Bemühen um Vorurteilsfreiheit nicht aufgeben! :(
Wie machen das also die portugiesischen Frauen? Passiert denen das nicht? Stört die das nicht? Ich hab das mal beobachtet. (Nein, ich hab niemanden angestarrt dabei!)
Die Männer glotzen! Ganz offen! Aber nicht ins Gesicht oder auf die schönen langen Haare, die die meisten jungen Frauen hier haben - falls ihr versteht, was ich meine...
Bei mir kommt dann wahrscheinlich noch erschwerend hinzu, dass ich anders bin. Portugiesische Frauen joggen nicht, sie tragen keinen Rucksack zum Einkaufen, sie fahren nicht Fahrrad (ehrlich!). Gut, ich will nicht wieder alle über einen Kamm scheren. Das haben sie sicher nicht verdient - das hat niemand - aber es ist äußerst selten. Von meiner Radtour am Samstag hatte ich ja kurz berichtet. Ich habe (für Portugal) relativ viele andere Radfahrer getroffen unterwegs, etwa 20 vielleicht. Und 0% davon waren Frauen - und nein, es fehlt keine 1, 2 oder 3 davor!
Ich werde jetzt noch ein wenig Bram Stokers Dracula lesen, um mein aufgewühltes Gemüt zu beruhigen ;) Ein sehr gutes Buch übrigens! Danke der großzügigen Schenkerin :)
Meine ganz persönlichen, äußerst subjektiven, manchmal nicht ganz ernst gemeinten Gedanken über das Leben (fast) am Rande des Kontinents, und überhaupt
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Mittwoch, 29. September 2010
Freitag, 12. Februar 2010
Gedankenfragmente
Bissl ein schlechtes Gewissen hab ich ja schon, dass ich hier so lange nix mehr geschrieben hab. Liest überhaupt noch irgendwer mit? Ich hoffe es!
Als Wissenschaftler hat mans gut. Man hat deadlines, macht sich wochenlang Stress und schiebt Überstunden, aber dann... dann kann man einfach mal einen Nachmittag blau machen, ohne dass es irgendwen kümmert. Aber eine kleine Pause vom Welt-Retten muss auch mal sein. Und das gibt mir dann wieder ein wenig Zeit, einen neuen Blogeintrag zu basteln.
Vorhin war ich noch Einkaufen und auf dem Weg ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Éborenser Polizei (also die Polizei in Évora - nein, ist kein Tippfehler) Fazer fährt, und zwar eine Modellreihe vor meiner. Die sehen also fast genauso aus. :) Da kribbelts schon manchmal in der rechten Hand...
Diese Woche wurde mir eine grandiose Ehre zuteil! Ein Freund von mir, hat eine Kurzgeschichte geschrieben und ich bin eine der Hauptpersonen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, etwas über sich selbst zu lesen, was eigentlich Fiktion ist. Denn man weiß schließlich nicht, was der Autor erfunden hat und was er tatsächlich genau so sieht, wie man es dann in der Geschichte lesen kann. Ich finde die Kurzgeschichte sehr schön. Allerdings kann dieses Empfinden ihren Ursprung auch in meiner Eitelkeit haben. Wer würde es nicht toll finden, Gegenstand von Poesie zu sein...
Als Wissenschaftler hat mans gut. Man hat deadlines, macht sich wochenlang Stress und schiebt Überstunden, aber dann... dann kann man einfach mal einen Nachmittag blau machen, ohne dass es irgendwen kümmert. Aber eine kleine Pause vom Welt-Retten muss auch mal sein. Und das gibt mir dann wieder ein wenig Zeit, einen neuen Blogeintrag zu basteln.
Vorhin war ich noch Einkaufen und auf dem Weg ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Éborenser Polizei (also die Polizei in Évora - nein, ist kein Tippfehler) Fazer fährt, und zwar eine Modellreihe vor meiner. Die sehen also fast genauso aus. :) Da kribbelts schon manchmal in der rechten Hand...
Diese Woche wurde mir eine grandiose Ehre zuteil! Ein Freund von mir, hat eine Kurzgeschichte geschrieben und ich bin eine der Hauptpersonen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, etwas über sich selbst zu lesen, was eigentlich Fiktion ist. Denn man weiß schließlich nicht, was der Autor erfunden hat und was er tatsächlich genau so sieht, wie man es dann in der Geschichte lesen kann. Ich finde die Kurzgeschichte sehr schön. Allerdings kann dieses Empfinden ihren Ursprung auch in meiner Eitelkeit haben. Wer würde es nicht toll finden, Gegenstand von Poesie zu sein...
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