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Sonntag, 6. Februar 2011

Grün

Ich habe eine neue Mitbewohnerin! Sie heißt Pachira und braucht nicht viel Platz. Meine Wohnung ist schließlich nicht so groß. Sie macht auch kein Geschirr dreckig, dafür wäscht sie allerdings auch nicht ab... Aber das wär ja doch etwas zu viel verlangt.


Und ich habe gestern mal wieder festgestellt, wie schön doch Portugal im Winter sein kann, wenn es nicht regnet. Und zur Zeit (seit Anfang des Jahres) ist es hier fast so trocken wie normalerweise im Sommer. Aber glücklicherweise nicht so heiß. Das perfekte Wetter also! Und Beweise könnt ihr euch auch angucken:

Samstag, 15. Januar 2011

Kaputt

Ich glaube, Évora ist kaputt. Es ist Winter. Und es regnet nicht... Merkwürdig! Mir ist auch nicht so kalt wie die letzten 1.5 Winter, die ich hier verbracht habe. T-Shirt plus Fleecepulli plus Decke ist genug zum Auf-dem-Sofa-sitzen-und-lesen. Na gut, ein Tee hin und wieder schadet nicht, oder auch mal aufstehen und draußen ne Runde rennen. ;) Aber so generell ist es zur Zeit relativ mild.

Gestern hab ich jedoch erfahren, dass das eher die Normalität ist. Bei einem Vortrag vom portugiesischen Wetterdienst wurde uns erzählt, dass die letzten Winter ungewöhnlich regnerisch waren. Es hat ja wirklich fast täglich geregnet. In verschiedenen Intesitäten zwar, aber immer nass. Diese Änderung der Sichtweise beruhigt micht ja schon etwas. Lässt es doch immerhin hoffen, auf die noch bevorstehenden 2 Winter.

Die hohe Luftfeuchtigkeit ist allerdings trotzdem da. Und es gibt jeden Tag Nebel bis mindestens mittags. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles und Nebel ruft bei mir Kindheitserinnerungen wach :) Ist also nicht so schlimm.

Ach so, allen Lesern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr! :)

Montag, 25. Oktober 2010

nochmal Madrid

Spanien erscheint mir gerade wie das gelobte Land. Nach 22 Monaten Portugal und vor allem Évora, tut es gut offene Menschen zu treffen, die mit einem sprechen, auf einen zugehen und einen einbeziehen. Es macht Spaß das Wochenende mit fröhlichen, lieben Menschen zu verbringen, die nicht genauso genervt sind von so vielem, wie man selber in Évora, sondern genauso neugierig, unternehmungslustig und offen gegenüber Neuem. Ich habe hier in Madrid nach einer Woche schon mehr Freunde gefunden, als in Évora in einem halben Jahr - und zwar keine Ausländer, sondern Spanier! Es geht also doch! Und ich kann jetzt schon fast besser Spanisch als Portugiesisch :)
Madrid selbst ist sehr schön, präsentiert sich aber auch im besten Herbstwetter: strahlend blauer Himmel, warme Tage, kalte Nächte. Es gibt viel Grün, schöne Sehenswürdigkeiten und viel zu Essen - aber natürlich auch sehr viele Menschen! Trotzdem ist es sauber, die Gehwege sind begehbar und unser Gästehaus ist auch sehr toll!
Und es gibt joggende und Rad fahrende Frauen!
Und die Schokolade ist billiger!
und so :)

Montag, 4. Oktober 2010

Regen

Was der Titel eventuell nicht vermuten lässt, die heutige Botschaft lautet: Das Leben ist schön! Woher ich das weiß? Hmm, gute Frage. Vielleicht, weil ich Mensch bin. ;) Wer es mir trotzdem nicht glauben kann, bekommt hier ein paar meiner Sichtweisen aufgezählt.

Zu den Dingen, die ich am liebsten mag, gehört mein Bett! Abends müde ins Bett zu gehen ist meiner Ansicht nach eines der größten Geschenke, die man bekommen kann. Dass man müde ist setzt voraus, dass man einen ausgefüllten Tag hatte. Und das Bett an sich verspricht Geborgenheit, Wärme, Ruhe, Schlaf und Erholung. Und das bekommt man jeden Tag gratis! Das ist doch klasse, oder?

Jetzt hab ich gleich mit dem Abend angefangen, aber zurück zum Tag. Man verlässt das Haus und trifft auf: Das Wetter - immer wieder Gegenstand der Unzufriedenheit. Aber warum? Ist es nicht Energieverschwendung, sich über etwas zu ärgern, was man sowieso nicht ändern kann? Ich weiß, ich selbst finde die Hitze manchmal unerträglich, oder den dauernden Regen deprimierend. Das geht wohl jedem so. Aber hat nicht alles auch seine guten Seiten?
  • Es ist nieselig trüb, alles grau und obendrein auch noch kalt? Wann schmeckt eine Tasse Tee besser als an so einem Tag?
  • Die Sonne brennt ohne Erbarmen, es ist lebensfeindlich heiß? Immer dran denken: der nächste Winter kommt bestimmt.
  • Der Winter ist da, der Schnee liegt knietief und es sind -20 °C? Hmm... ich seh hier kein Problem ;) - vorausgesetzt es gibt Häuser mit Heizungen und Badewannen. Keine Heizung? Sport hilft! Am besten Abends vorm Schlafen gehen, denn frierend ins Bett gehen macht das ganze tolle Erlebnis (siehe oben) zunichte.
  • Es regnet seit Tagen ohne Unterlass? Eine weitere Gelegenheit meine wasserdichten Schuhe und meinen Sturmschirm einem Härtetest zu unterziehen.

Eine weitere ganz simple Sache, die mich aber trotzdem sehr zufrieden macht, ist einen saubere Wohnung. Wenn es also mal wieder ans Putzen geht, hilft es mir immer zur Motivation an das Ergebnis zu denken.

Für viele Menschen ist es unschön (bishin zu unerträglich), allein zu sein. Ich glaube dafür fehlt mir einfach ein Gen. Ich bin zufrieden mit dem Alleinleben. Mit mir selber komm ich glücklicherweise ganz gut klar. :)

Ach so, und nochmal zum Titel: Heute hat es hier zum ersten Mal seit Monaten wieder richtig geregnet.

Montag, 27. September 2010

Mein Fahrrad

Frisch zurück aus der Schweiz begrüßt mich Portugal mit Sonnenschein aber endlich etwas kühlerer Luft. Ich nenne es Erzgebirgshochsommer. :) Heute Morgen hab ich darum seit ganz langer Zeit, mein Rad mal wieder für eine längere Tour aus meinem Abstellraum geholt. Ich hab mich für die längste meiner Standardtouren entschieden. Passiert ist unterwegs nicht viel. Ich hab nur hier und da die Spuren von Waldbränden gesehen. Aber das ist für diese Jahreszeit nicht so ungewöhnlich hier.

Sonntag, 12. September 2010

Werbung

Vorm Haus steht eine Werbetafel, an der ich auf dem Weg zur Arbeit immer vorbei gehe. Gestern war eine neue Werbung angebracht - ein Mensch am Strand mit einer dunstverhangenen Sonne im Hintergrund. Darauf stand
"Neste verão
Sol com moderação"
Das heißt soviel wie dass man die Sonne diesen Sommer in Maßen genießen sollte. Ich glaube es ist eine Aktion des Gesundheitsministeriums oder einer ähnlichen Organisation. Es heißt wortwörtlich "Diesen Sommer"! Und das hängen sie Mitte September auf, wenn das Schlimmste vorbei ist (juhu dazu, übrigens ;) ). Meine Theorie ist, dass die (EU-)Fördergelder für diese Aktion erst bewilligt wurden, als alle Menschen, die ihre Unterschriften unter irgendwelche Formulare setzen mussten, aus dem Urlaub zurück waren. Ja, so läuft das hier...
Na dann werd ich die letzten paar Sommertage mal noch vorsichtig machen ;)

Samstag, 7. August 2010

Zurück in Évora

Am Dienstag bin ich gaaaanz früh (4:30 Uhr) aufgestanden nur um wieder nach Portugal zurück zu kommen. Hat sich das gelohnt?


Betreffs...

... Arbeit - Ja
Der Urlaub ist vorbei und es geht wieder rund. Ich hab schon viel geschafft aber - natürlich - auch noch viel vor. Ich bin sehr motiviert, da ich auf Arbeit auch weitgehend meine Ruhe hab. In meinem Büro sind zwar noch fast alle da, aber meine Arbeitsgruppe ist geschlossen im Urlaub (außer mir).

... Freizeit - Jein
Ich hatte bissl Zeit, ein paar Angelegenheiten zu regeln, den Koffer auszupacken und die Wohnung wieder bewohnbar zu machen. Und ein bissl Zeit nur für mich ist ja auch mal schön. Allerdings fehlen mir natürlich meine Familie, meine Freunde und die Pferde. Aber gestern Abend hab ich mich mal mit Kollegen getroffen. Es ist gerade Jazz na Cidade (Jazz in der Stadt, ein Jazzfestival). War ganz nett.

... Wohnung - Nein
Meine beiden Mitbewohnerinnen sind in meiner Abwesenheit ausgezogen und haben mir ein mittelschweres Chaos hinterlassen. Mittlerweile ist aber wenigstens wieder alles sauber. Und die nächste Zeit muss ich erstmal nur mit meinem eigenen Dreck leben. Juhuuu!
Naja fast jedenfalls... Heute Nacht schläft ein Paar mit Kind hier. Ich frag mich, ob das hier jetzt zum Hotel mutiert... allerdings ein nicht sehr komfortables. Meine ehemaligen Mitbewohnerinnen haben nämlich das Gas alle gemacht und ich sehs auch nicht ein, alleine eine neue Flasche zu kaufen, da ichs auch nicht unbedingt brauch. Es gibt also nur "kaltes" Wasser. ;)
Die Wohnungssuche hat auch noch nicht viel neues ergeben. Die Besitzerin einer weiteren Option ist derzeit noch im Urlaub, ich kann die Wohnung also erst übernächste Woche mal angucken.

... Wetter - Nein
Ich bin aber auch empfindlich! (es soll Leute geben, die solches Wetter mögen) Sogar oben besagtes kaltes Wasser ist um die Mittagszeit gefühlte 35° C warm (auch nach 30 min ablaufen lassen!). Erfrischungsduschen ist also nicht möglich. Da hilft nur: nicht bewegen um nicht zu schwitzen oder auf Arbeit gehen, weil es da ne Klimaanlage gibt.

... Mir selbst - Joar
  1. Nach nur drei Tagen Arbeit ist mein Nacken schon wieder schlimm verspannt. Und dass, obwohl ich morgens, mittags und abends (und zwischendurch) Rücken- und Nackenübungen mache.
  2. Schwimmen gehen trau ich mich noch nicht, weil mein Finger ja noch nicht ganz verheilt ist. Aber der macht sich ganz gut. Scheint nicht entzündet zu sein.
  3. Meine Haare sind wegen der sehr geringen Luftfeuchtigkeit wieder glatt und ich sehe nicht mehr wie ein explodierter Besen aus. Allerdings fallen sie bissl aus... Vielleicht hab ich noch zuviel Wolle für die Wärme ;)
Fazit
Ein bisschen mehr Urlaub, Deutschland, Familie, Freunde, Pferde hätte sicher nicht geschadet. Aber je seltener und kürzer die Momente, umso kostbarer sind sie :)
Danke euch allen!

Samstag, 12. Juni 2010

Ist lange her, was?

Ja, ich lebe noch. Und gar nicht mal schlecht ;) Ich arbeite ziemlich viel und versuche zusätzlich meine Freunde unterzubringen, da die Zeit des Abschieds immer näher rückt. Heute Nachmittag verlassen zwei von ihnen Portugal. Darum gab es gestern eine Abschiedsparty auf der 9 Nationalitäten vertreten waren. (bei 16 Leuten!) Das war ein Spaß! Amtssprache war portañol, da die meisten aus Südamerika kommen. Ich hab nicht viel gesagt, aber verstanden, worum es ging - jedenfalls immer, wenn ich zugehört hab... Das kann ganz schön anstrengend werden mit der Zeit.

Was ist sonst so los?
Ich bin grad noch bissl erkältet, allerdings ist es schon viel besser. Hier ists nämlich grad deutlich kälter als in Deutschland die letzten Tage und es regnet wieder jeden Tag. Das hätte ich nicht erwartet, aber ich glaub auch nicht, dass es lange anhält. Außerdem ist das auch ganz angenehm. Da ich ja weiß, dass die große Hitze irgendwann kommen wird. Spätestens wenn ich im August wieder aus Deutschland zurück komme. Ich hab übrigens meine Flüge gebucht und freu mich schon riiiiieeeesig, nach Hause zu kommen.

Aber zurück zur großen Hitze: Ich hab vorgesorgt und mich endlich um einen Wasserfilter gekümmert. Jetzt brauch ich zum Glück kein Wasser mehr schleppen. Das einzige Filtersystem, das ich finden konnte, welches auch Aluminium rausfiltert, musste ich aus den USA einfliegen lassen. Der Versand hat am Ende mehr gekostet als das Filtersystem plus zwei Ersatzfilter. Aber es lohnt sich trotzdem - also vorausgesetzt, der Filter tut auch, was der Hersteller verspricht. Ich muss nichts mehr schleppen, spare Geld und produziere weniger Müll! :)

Noch was: Ich versuche, eine neue Wohnung zu finden. Mércia zieht ja Mitte Juli aus und Inês auch demnächst irgendwann. Und ich hab eigentlich keine große Lust, mich jedes Semester an neue Leute zu gewöhnen. Naja, die Wohnungssuche gestaltet sich zur Zeit noch recht schwierig. Ich hoffe aber, dass ich bessere Chancen habe, wenn das Semester rum ist. Im August sind Ferien und da wird sicher einiges frei.

Und noch was: Diese Woche hab ich ein Päckchen bekommen! Mit fünf Büchern drinne! Und Schoki! Und Kekse! :) Danke an den Absender! Ich freu mich schon auf viiiiieeeeele gemütliche Lesestunden :)

So, das wars erstmal... glaub ich...

Dienstag, 27. April 2010

Das Leben ist sooooo lustig!

Hier kommen jetzt ein paar witzige Situationen, die ich gerne teilen möchte. Falls euch die Witzigkeit entgeht müsst ihr einfach mal nach Portugal ziehen. :)

  1. Im Zuge der Umstellung des Bildungssystems in Portugal auf 'Bologna' werden hier jetzt Matrikelnummern verteilt. (Nein, gabs vorher nicht!) Dafür braucht man nur ganz bequem und fortschrittlich online einen Fragebogen ausfüllen. Man braucht seinen Personalausweis und gute Portugiesischkenntnisse (zu einer englischen Version reicht die Fortschrittlichkeit nicht). Das bringt mich zu Punkt zwei und drei.
  2. Mein Personalausweis war verschwunden. Ich war ja letztens (ja, auch schon wieder zwei Wochen her) bei der Post und hab ein Päckchen abgeholt. Da muss man den Ausweis vorzeigen. Das ist mir vorhin mit Schrecken eingefallen. Ich dachte, die Dame bei der Post hat einfach vergessen, mir meinen Ausweis wieder zu geben und hab mir schon die Vokabeln für morgen früh zurechtgelegt, mit denen ich den Postangestellten mein Anliegen vortragen wollte. Dann hab ich ihn aber doch noch gefunden. In meinem Rucksack... Fragt mich nicht, wie der da hingekommen ist. Vielleicht hatte ich den Rucksack mit bei der Post und hab den Ausweis dann einfach so eingesteckt. Im Alter wird man eben immer wunderlicher.
  3. Aber zurück zur Ausfüllerei. Was die alles so wissen wollten. Bildungsstand der Eltern oder meine Abschlussnote zum Beispiel waren obligatorisch. Nun gibt es aber keine richtige portugiesische Entsprechung zum deutschen Bildungssystem. Die Noten gehen hier von 0 (ganz ganz schlecht) zu 20 (Bestnote). Da musste ich leider mogeln und hab übertrieben. Ich nehme an, dass das sowieso niemanden interessiert. Und dann gabs da noch die Frage, warum ich mich für die Universität Évora (UÉ) entschieden hab. Es gab verschiedene portugiesische Antwortmöglichkeiten und das Feld für "andere Gründe". Da es schon spät (oder früh?) ist, wollt ich mir nicht die Mühe machen, alle Möglichkeiten zu übersetzen. Außerdem stand über der Seite des Fragebogens, dass alle Antworten dieser Seite freiwillig sind. Allerdings konnte sie nicht abgeschickt werden, wenn man nicht alles ausgefüllt hat... Also warum hab ich mich für die UÉ entschieden? Ich weiß nicht, ob irgendjemand in der Universitätsverwaltung deutsch kann und ob dieser jemand dann auch noch Ironie versteht. Ich hab in das Feld für "andere Gründe" geschrieben: die UÉ ist so weltoffen.
  4. Das Beste kam aber zum Schluss. Meine Matrikelnummer ist 4-stellig! (zum Vergleich: die Leipziger war 7-stellig) Ja, hier hat man schon so seinen Spaß.
  5. Ein anderes Thema: Hüte. Da es heute das erste Mal richtig warm war, hab ich die kurze-Hosen-Saison eröffnet. Außerdem hab ich von Miguel einen Strohhut bekommen und getragen. Wir waren die einzigen in der ganzen Stadt mit Hut. Das ist mir vorher noch nie so aufgefallen. Naja, das alleine ist noch nicht sooo witzig. Später hab ich aber einen jungen Mann mit Wollmütze (!) getroffen und der hat mich auch noch gegrüßt. So nach dem Motto: endlich mal jemand, der auch eine Kopfbedeckung trägt!
  6. Auch noch lustig, wenn auch nicht so schenkelklopfermäßig, ist, dass der Zirkus vor meinem Fenster mit seinen Vorstellungen fertig ist und demnächst seine Zelte abbrechen wird.
  7. Und ich hab heut mal wieder Post bekommen. Jaja, so gut gehts mir! (ist auch nicht lachhaft, ich gebs zu)
  8. Ich bekomme bald wieder Besuch.
So, das war erstmal alles. Gute Nacht!

Donnerstag, 15. April 2010

Vogelhaus unterm Bett

Mit der Verkündigung des Endes der Regenzeit war ich wohl etwas früh dran. Seit Dienstag regnet es wieder jeden Tag. Aber nur in Schauern. Das ist nicht so schlimm, weil ja zwischendurch immer mal die Sonne scheint. Und so kalt ist es auch nicht mehr.

Am Mittwoch hab ich ein Päckchen bekommen! Ein etwas verspäteter Ostergruß über den ich mich sehr gefreut habe! Der Osterhase hats wirklich drauf. In dem Päckchen war unter anderem Hautcreme drin. Genau was ich brauche, jetzt da ich mir zweimal die Woche die Haut durchweichen lasse. Außerdem ist die Luft auch schon sehr viel trockener als im Winter (außer, wenns dann doch grad mal regnet). Der Unterschied macht sich ganz schön bemerkbar.

Worüber ich aber eigentlich schreiben wollte, ist mein Bett. Das biegt sich nach und nach mehr durch und die Spalte im Rahmen wird immer größer. Ich mache mir keine großen Illusionen, dass ich ein neues bekomme und außerdem muss das ja auch nicht sein. Nur weil der Rahmen kaputt ist... Jedenfalls bin ich letztens auf den Dachboden gestiegen und hab nach einer passenden Stütze für das altersschwache Bett gesucht. Und siehe da, ein unbewohntes Vogelhäuschen hatte genau die richtige Größe. Bis jetzt hält es. Und falls sich mal ein Vogel in mein Zimmer verirren sollte, kann es unterm Bett schlafen.

Samstag, 10. April 2010

Frühling! (oder ist schon Sommer?)

Schwer zu sagen. Nach deutschen Verhältnissen würde ich es schon eher als Sommer bezeichnen. Aber es ist erst April und ich weiß ungefähr, was noch alles auf mich zukommt. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass die Regenzeit vorbei ist. Blauer Himmel, Sonnenschein, grüne und blühende Wiesen und Tagesmaxima bei etwa 20 Grad. So ists schööööön. Deswegen gibts derzeit auch nicht so viele Beiträge :)

Dienstag, 16. März 2010

Lissabon - Lisboa - Lisbon

Mein Besuch ist da :)
Trallala
Am Wochenende haben wir uns zusammen Lissabon angeguckt. Eine superschöne Stadt! Hat mir sehr gut gefallen. Und traumhaftes Wetter hatten wir auch :) Hier ein paar Beweisfotos:

Lissabon im Dunst (von Daniela)

Das Pantheon in der Sonne (auch von Daniela)

Eine Kirche vom Schloss aus fotografiert

Das Pantheon und ein Kloster (St. Vincent, glaub ich) auch vom Schloss aus

Einen ausführlicheren Bericht kann ich jetzt leider nicht abliefern. Dazu bin ich zu müde. Aber Lissabon ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Auch einen längeren als nur 1,5 Tage

Mittwoch, 10. März 2010

Mix

Hmm... mal wieder ein paar Neuigkeiten gefällig?
Also:
1. Mércia ist wieder da :)
2. Heute ist lange Messnacht. Ich bin also noch ein Weilchen wach und kann bloggen :)
3. Ich bekomme Besuch am Samstag :)
4. Die alte Dame aus dem Haus gegenüber grüßt mich schon ein ganze Weile (und ich sie natürlich). Letzte Woche hab ich sie mal nicht vor der Haustür getroffen, sondern eine Straße weiter weg. Da hat sie gelacht und mir zugewunken. Das fand ich toll :) (Die Portugiesen starren mich normalerweise nur an.)
5. Am Wochenende hab ich mal wieder ein Brot gebacken. Diesmal für eine Einzugsfeier - wie passend. Hat auch allen geschmeckt :)
6. Heute hat es noch nicht geregnet und für mindestens eine Woche soll das auch so bleiben :)
7. Ich les mein portugiesisches Harry Potter Buch schon zum zweiten Mal! Das ist sehr praktisch, weil man ganz nebenbei so lebenswichtige Vokabeln wie Zauberstab (a varinha) und Besen (a vassoura) lernt :)
8. Nächstes Wochenende fahre ich nach Lissabon! Und übernächstes nach Porto :)
9. Morgen schlaf ich aus :)
10. Auf meiner Radtour am Wochenende ist mir mal wieder aufgefallen, dass der Alentejo im Frühling sehr schön ist. Alles grünt, blüht und duftet fröhlich vor sich hin :)

Falls ich jetzt irgendwas komisches geschrieben habe (also komischer als sonst), verzeiht! Es ist schon spät.

Sonntag, 17. Januar 2010

Es gibt immer was zu Lachen!

Heute ist es trocken! Also es hat nicht geregnet - also fast nicht... Naja, was ich eigentlich erzählen will, ist, dass ich das schöne Wetter genutzt hab und radfahren war. Es war toll und mir ist mal wieder klar geworden, dass ich die portugiesische - oder genauer die alentejanische - Landschaft sehr gerne mag! Ein dauerndes auf und ab, so dass es nicht langweilig wird, aber nicht so krasse Berge, dass man die Lust verliert - ja, solls geben... hab ich gehört ;)
Es war wärmer als gedacht. Wenn man so drinnen sitzt, kommt es einem so kalt vor, dass man denkt, man muss sich warm anziehen, wenn man raus geht. Aber da es draußen genauso warm ist wie drinnen, kann man eigentlich auch in den gleichen Klamotten raus gehen... Das ist immernoch irgendwie komisch. Vielleicht gewöhnt man sich da dran? Naja ich hab jedenfalls ziemlich geschwitzt, auch weil die Luft sehr feucht ist. Zwischendurch hat es dann auch noch ein bissl getröpfelt.
Ich bin jetzt übrigens wieder mit Helm unterwegs. Das von mir selbst an mich selbst geschickte Paket ist nämlich am Mittwoch angekommen und da war unter anderem mein Fahrradhelm drin. Es ist toll, wenn jemand an einen denkt! ;)

Noch was über die Portugiesen: Manche brauchen scheinbar erstmal noch eine Zeitreise ein paar hundert Jahre in die Zukunft, um in unserem Zeitalter anzukommen. Heut hat doch tatsächlich einer sein Schmutzwasser (das vom Wischen - hoffentlich!) auf den Bürgersteig gekippt. Das ist an sich noch nicht ungewöhnlich, das machen hier sehr viele Leute, aber derjenige hat im 4. Stock gewohnt! Ich fands total witzig. Aber wenn man sich vorstellt, man geht da grad unten drunter lang... :)

...und über Brasilianer: Mércia wollte heute Abend brasilianisch kochen. Der Reis ist angebrannt und alles ist voller Qualm. Das mit dem Essen dauert dann wohl noch bissl :)

Dienstag, 12. Januar 2010

Wasser aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen

Die Woche ist erst zwei Tage alt und trotzdem ist so viel passiert, dass ich das erstmal hier niederschreiben muss. Ich fange am besten am Montag an.
Also Montag früh war ich bei der Post. Die Vorgeschichte dazu: Als ich am Freitag hier ankam hab ich eine Päckchen-Benachrichtigungskarte für mich vorgefunden. Letzten Dienstag hatte ich nämlich ein Paket an mich selbst geschickt, um meinen Koffer etwas zu entlasten. Es hat mich allerdings etwas gewundert, dass das so schnell ging. Am Sonntag hab ich mir die Karte nochmal genauer angeguckt und dabei bemerkt, dass das gar nicht mein Paket war! Absender: Alfred Ritter (Na, klingelts?). Alfred Ritter ist der Oberboss von Ritter Sport! Haha! Die machen Schokolade. ;) Letztes Jahr hab ich ja selber noch Sammelpunkte gesammelt. Die waren auf den Schokitafeln drauf und man konnte die Punkte dann gegen ein Ritter Sport T-Shirt eintauschen. Dieses Jahr hatten zwei sehr liebe Menschen zuviele Sammelpunkte für den Eigenbedarf und haben mir ein T-Shirt mitbestellt. Möglicherweise hat ja einer von beiden die Bestellung direkt an mich schicken lassen...? Nun, zurück zum Montag.
Also Montag früh war ich bei der Post. Hab mein Päckl abgeholt und um die Vorfreude noch ein bisschen mehr auszukosten, bin ich erstmal arbeiten gegangen und hab das Päckchen ungeöffnet daheim gelassen.
Auf dem Weg zur Arbeit auf der nächsten Querstraße sprudelte zwischen zwei Pflastersteinen das Wasser hervor. Es hatte am Abend vorher und die Nacht über geregnet, aber diese Quelle konnte nicht davon stammen. Mein erster Gedanke war: Wasserrohrbruch; mein zweiter: es war nicht unter Null Grad; mein dritter: gut, dass wir noch fließendes Wasser hatten zu Hause. Mittags komm ich auf dem Weg von der Arbeit an einem großen Loch, ein paar Leuten mit Schaufeln und einem Bagger vorbei. Das Problem wurde also immerhin schonmal erkannt. Ich komm nach Hause, will mir die Hände waschen und aus dem Wasserhahn kommt es nur noch getröpfelt. Manchmal ist mir nach schreien zumute...
Leonor war da grad da um mir die letzte Wasser- und Stromabrechnung zu erklären, die winterlich hoch war. Mit schreien wars also nix. Aber ich hatte ja glücklicherweise noch das geheimnisvolle Päckl! (jetzt hab ich euch aber auf die Folter gespannt, was? hihi)
In dem Päckl waren 8 Tafeln Bio-Ritter Sport, die ich bei einem Gewinnspiel gewonnen hab. Juhu :) Das hat mich wieder aufgebaut! Ich hab sie auch schon probiert, ist sehr lecker. Aber einen Unterschied zu normaler Schokolade kann ich nicht entdecken.

Heute ist der zweite Dienstag im Monat. Das heißt, es ist Markttag. Die Zigeuner kommen in ihren Kleintransportern angefahren, bauen Stände auf (auf dem Platz vor meinem Fenster) und machen dabei natürlich auch mächtig Krach - so ab halb 6. Heute wurde ich aber unerwarteterweise von meinem Wecker geweckt. Ein Blick aus dem Fenster: der Platz ist voller Kleintransporter, aber keiner hat seinen Stand aufgebaut. Es gießt wie aus Eimern und der Platz ist ein einziges Schlammloch. Als ich auf Arbeit gehe, gießt es wie aus Eimern und die Zigeuner sitzen unschlüssig in ihren Autos oder stehen unschlüssig daneben. Der Markt-Wachdienst ist auch schon da und läuft Runden um den Platz, um warm zu bleiben.
Ich bin auf Arbeit und es gießt wie aus Eimern. Aber plötzlich merkt man, dass alles vorher nur ein leichtes Tröpfeln war. Ich kann die Bäume vor dem Fenster nur noch erahnen und plötzlich fängt es auch im Büro an zu regnen. Nicht ganz so stark wie draußen, aber doch irgendwie... hmm... lästig. Meine lieben Kollegen haben mir geholfen, meinen Schreibtisch zu verschieben (ich war die einzige, die es wortwörtlich getroffen hat). Anschließend haben wir der Chefin Bescheid gesagt und nun müssen wir erstmal - na, wer kann sichs denken? - abwarten. Als der Regen draußen dann wieder in die normale es-schüttet-wie-aus-Eimern-Intensität übergegangen war, hat es auch im Büro wieder aufgehört zu regnen.
Als ich von der Arbeit zum Mittagessen nach Hause gehe, sind alle Zigeuner verschwunden. Das war ihnen wohl zu viel Regen am Arbeitsplatz...

Was Gutes gab es aber heut doch noch zu berichten: Ich bin doch grad krank (also das ist noch nicht das Gute). Und da ich vor Husten und Schnupfen die letzte Nacht kaum geschlafen habe (auch nicht gut), bin ich nach der Arbeit zur Apotheke gegangen und hab mir Medikamente geben lassen. Das Gute daran ist, dass ich sogar die Erklärung der netten Apotheken-Frau verstanden hab, wie und wann ich was einnehmen muss. Das war toll :)

Sonntag, 8. November 2009

Es regnet...

Das ist schön. Man kann mal wieder einen Tag drinnen verbringen, ohne schlechtes Gewissen zu haben. Es wird nun auch hier Herbst. Wir haben Tagesmaxima von 14-15 °C. Ich hab mich in meine Decke eingewickelt und so lässt sichs aushalten. :)
Heute Vormittag war allerdings noch richtig schönes Wetter. Das hab ich auch gleich nochmal genutzt und war mit Fred eine längere Runde draußen. Und zur Abwechslung mal im Hellen. Und mit Kamera. Aber trotzdem ist es nicht einfach, den Hund vor die Linse zu bekommen. Er setzt sich hin, wenn ich ihm das sage, bleibt aber nicht sitzen, wenn ich mich bewege... Darum sehen auch die heutigen Fotos so aus, wie sie aussehen. Fred in Aktion...

Morgen hat Inéz Geburtstag. Inéz ist unsere neue Dritte. Da werd ich dann mal noch nen Kuchen backen. Superleckeren preißlerschen Zitronenkuchen :)

Freitag, 30. Oktober 2009

Swansea, Wales

Das erste, was auffällt, wenn man auf einem englischen Flughafen landet ist, dass alle Schilder nur noch einsprachig beschriftet sind und zwar - richtig - in Englisch. Im Zug hatte ich dann genügend Zeit (6 h mit Warte- und Umsteigezeiten) darüber nachzudenken, dass ja die englisch sprechenden Völker in kaum einem Land in den Genuss kommen, von keinem verstanden zu werden, wenn sie sich in ihrer Muttersprache unterhalten. Obwohl das ja schon manchmal sehr praktisch sein kann. Andersrum gilt das aber auch. Also dass man in England (fast) alles versteht, was die Leute um einen rum so von sich geben. Auch wenn mans manchmal einfach nicht wissen will. Mit meiner Schwester hab ich aber festgestellt, dass man die Nichtmuttersprache gut ausblenden kann, auch wenn man sie sonst sehr gut versteht - in Deutschland geht das leider nicht - jedenfalls nicht ohne MP3-Player.
Auf der ganzen langen Zugfahrt ist nicht so viel passiert. Ich hab die grüne(!) hügelige Landschaft genossen, hab Shirehorses (die größten Pferde der Welt und mein nicht-so-heimlicher Traum) gesehen und sogar Fasane (nicht so außergewöhnlich dort, aber für mich schon!).
Nach ein paar Stunden Fahrt waren die Schilder dann aber wieder zweisprachig und zwar an jedem popligen Bahnhof - genauer gesagt an jedem ordinären Straßen- und Sonstwas-Schild. Ich bin in Wales gelandet. Manche der Bahnhofsansagen sind sogar auf walisisch. Sehr hübsch anzuhören....

In Swansea hat mich meine Schwester am Bahnhof abgeholt und wir sind zu ihrem Guesthouse gegangen. Abends haben wir noch kurz ein Stückl Strand angeguckt (genaueres und Fotos in ihrem Blog). Der nächste Tag war ja Sonntag und wir waren gemeinsam wandern. Das war sehr lustig; feuchtfröhlich sozusagen oder eher klitschnassfröhlich :) Laut Wetterbericht von vor zwei Tagen sollte es sonnig und trocken sein. Auf den Nachmittag traf das auch zu. Dumm nur, dass wir mit dem ersten Bus gefahren sind, den wir kriegen konnten. Manchmal hat es wohl doch Vorteile, Langschläfer zu sein. Allerdings wollten wir ja eine richtige mehrstündige Wandertour machen und nicht nur einen schnöden Spaziergang. Rausgekommen ist dann am Ende eine kostenlose Dusche mit Lufttrocknung und dreimal Nachspülen in der wunderschönen Landschaft der Gower-Halbinsel. Sowas hat mir irgendwie gefehlt... also ich meine Wetter, richtiges Wetter, Wetter das sich auch mal ändert - also öfter als 2mal im Jahr. Hat gefetzt :)
Aber da wir ja jetzt auch so langsam erwachsen werden, haben wir uns gegen die Blasenentzündung und für einen früheren Rückbus entschieden. Nachmittags sind wir aber nochmal raus, da wars ja dann schön :) Wir haben noch ein paar andere Ecken von Swansea ausgekundschaftet.

Geschlafen haben wir in Karins Schrankklappbett mit nur einer großen Decke. Es hat ganz gut geklappt, obwohl wir beide nicht so gut geschlafen haben, wie mit zwei Decken, denk ich mal. Aber wir sind zum Glück nicht zusammengefaltet im Schrank aufgewacht (puuh!). ;) Die nächsten Tage ist Karin tagsüber arbeiten gegangen und ich hab Ausflüge gemacht.

Am Montag war ich im Caerphilly Castle und in Cardiff. Die Festung war sehr cool. Auf dem Foto ist das Schloss von Cardiff zu sehen. Das hab ich aber nicht von innen gesehen, weil ich erstmal nicht viel Zeit hatte in Cardiff und außerdem der Meinung bin, ein Schloss pro Tag muss reichen.

Dienstag wollte ich wieder Wandern. Dafür fahren von Swansea aus Busse auf die Gower-Halbinsel. Mein Bus kam allerdings nicht und auf den nächsten hätte ich 1 h warten müssen. Da hab ich mich entschlossen einfach so mal loszulaufen. Ich bin immer die Küste entlang bis nach Mumbels, ein kleines ehemaliges Fischerdorf, jetzt ein Teil von Swansea. Dort wars ziemlich touristisch aber auch sehr schön und schließlich war ich ja auch nur genau das... ein Tourist. Der Leuchtturm auf dem Bild rechts steht auch in Mumbels.
Danach gings weiter an der Küste entlang und dann später auf einer anderen, inlandigen Strecke zurück vorbei am Oystermouth Castle (siehe links), was aber wegen Einsturzgefahr geschlossen war.

Am Mittwoch, meinem letzten Tag in Wales :(, war ich nochmal wandern. Diesmal fuhr der Bus fast planmäßig. Ich wollte zu Arthurs Stone (das ganz unterste Bild, man sieht wirklich, wo mal das Schwert gesteckt hat - bzw gesteckt haben soll...) und nach Rhossili, dem westlichen Ende der Gower-Halbinsel. Auf dem Weg zu Arthurs Stone hab ich mich ein bissl in der Richtung geirrt :) Aber auch nur, weil ich keine Lust hatte, die Karte auszupacken. Irgendwann hab ich ihn doch gefunden. Da es in der vorherigen Nacht geregnet hatte und ich keine richtigen Wanderschuhe hab, waren meine Füße zu dem Zeitpunkt schon längst nass. Die wilden Ponys, die ich unterwegs getroffen hab, entschädigen aber allemal dafür!
Nach einem weiteren Wanderabschnitt durch Sumpf, Schlamm und nasse Wiesen hab ich die nächste Bushaltestelle aufgesucht und wollte weiterfahren nach Rhossili. Eigentlich wollt ich den Abschnitt auch noch laufen, aber so langsam hatte ich Angst, dass meine Füße auseinanderfallen, sobald ich Schuhe und Socken ausziehe (ehrlich!).
Ich hätte eine halbe Stunde auf den Bus warten müssen. Nach 5 Minuten kam aber eine alte Lady angefahren und fragte mich, ob ich nach Rhosili will. Ich bin mit ihr mitgefahren und sie hat mir gleich noch paar 'Insidertipps' gegeben.
Rhossili ist wirklich wunderschön. Dort gibts den sogenannten Worms Head. Wobei 'worm' nicht von Wurm sondern eher von Lindwurm, also Drachen kommt. Der Drachen ist ja das Wappentier von Wales. Und es sieht wirklich bissl so aus wie der Kopf eines Drachen.
Von Rhossili aus bin ich dann direkt nach Swansea zurück gefahren. Es war dann auch schon wieder relativ spät.

Donnerstag, also gestern, gings dann leider schon wieder zurück *schniff*. Halb 10 bin ich vormittags in Swansea aufgebrochen und halb 11 war ich nachts wieder in Évora. Und ich musste nichtmal meine Uhr umstellen :)

Es war supertoll und ich danke dir von ganzem Herzen mein Schwesterherz!!!

International Symposium for Tropospheric Profiling in Delft

Ich bin zurück von meiner gefühlt-langen Reise die aber ja nichtmal 2 Wochen gedauert hat. Es ist viel passiert, ich hab ne Menge gesehen und viele liebe Menschen getroffen unterwegs!
Zuerst ging es nach Amsterdam, eine großartige Stadt! Ich bin ja nicht so ein Stadt-Fan aber Amsterdam war sowas von toll! Ich hatte leider nur wenige Stunden Zeit und konnte mir deshalb nur einen groben Überblick verschaffen, aber ich fands echt schön. Da muss ich glaub ich nochmal hin irgendwann.
Bei der Landung in Amsterdam ist mir sofort aufgefallen, wie grün es doch noch ist in Mitteleuropa. Das war ein total krasser Gegensatz zu Portugal. Auch dass die Holländer alles mögliche tun, um das viele Wasser loszuwerden (schließlich liegt der Großteil des Landes unter NN), kommt einem sehr paradox vor, wenn man portugiesische Verhältnisse gewöhnt ist.

In Delft bin ich dann erst kurz vor Mitternacht angekommen und da fuhren dann keine Busse mehr. Ich hab mir ein Taxi zum Hotel genommen und hoffe mal, dass ich das von der Uni bezahlt bekomme. Dafür hab ich dann die ganze Woche kein Geld für den ÖPNV gebraucht. Die TU-Delft, in der die Konferenz statt fand, war ungefähr 35 Minuten Fussweg von meinem Hotel entfernt. Ich fands total klasse, frühmorgens erstmal durch das herbstliche Delft zu stapfen. Der mitteleuropäische Herbst ist schon toll! :) Und Delft hat fast ein bissl dörflichen Charakter.
Es hat ein paarmal geregnet aber die Organisatoren der Konferenz haben das wohl kommen sehen ;) und Schirme verteilt. Und zwar spezielle, in Delft entwickelte Sturmschirme. Ich hab ihn einmal benutzt, da hat es aber leider grad nicht gestürmt. Ein richtiger Test steht also noch aus, aber ich denke dass ich über den Winter noch genug Gelegenheit haben werde.

Das Hotel war auch sehr toll. Ich hatte ein riesiges Zimmer (und Bett) ganz für mich allein. Da wars schon fast schade, dass ich spätestens 6:30 Uhr aufstehen musste, nachdem ich selten vor 23:00 Uhr zurück im Hotel war. Aber frühs konnte man sich gleich auf ein supertolles Frühstück freuen. Ist schon toll, wenn man alles nur noch vorgesetzt bekommt. Auf Dauer wär mir das zwar nix, weil es dann ja doch immer das Selbe gibt, aber für ne Woche wars klasse, so zu leben. Man neigt dann allerdings auch immer dazu, viel mehr zu essen, als man eigentlich braucht. Mittagessen gabs dann sogar auch noch auf der Konferenz, also belegte Brötchen und diverse Salate. Auch lecker!

Die Konferenz an sich war sehr interessant. Ich hab dort viele neue Leute kennengelernt und interessante Gespräche geführt. Außerdem hab ich ein paar Lidarleute aus Leipzig getroffen. Das war toll. Besonders möchte ich mich bei Ronny bedanken, für seinen zweirädrigen Shuttleservice! :) In Holland fährt übrigens wirklich jeder Fahrrad. Und Mércia glaubt, das sei eine deutsche Macke...

Wir hatten auch einen field-trip, also so ne Art Klassenausflug nach Cabauw, einer Messstation vom KNMI, dem Niederländischen Wetterdienst. Dort ist auch das obige Bild entstanden. Außer Traktoren (ganz weit hinten im Bild) gabs dort nen riesigen Messmast, Windprofiler, Radars, Lidars, etliche Strahlungsmessgeräte usw. Äußerst interessant!

Die Woche war total schnell rum und am Samstag früh bin ich noch vorm Frühstück zum Bahnhof gestiefelt. Dort gab es Ticketautomaten. Die haben aber leider meine Karte nicht haben wollen. Eine Bezahlung in Münzen wär noch gegangen, aber wer trägt schon 8,70 Euro Kleingeld mit sich rum. Der Schalter war noch geschlossen. Was tun? Der Zug stand schon am Bahnsteig und würde in 2 Minuten abfahren. Ich hab also versucht, nen Schaffner zu finden, hatte aber keinen Erfolg. Dann hab ich mich einfach trotzdem in den Zug gesetzt. Irgendwann kam dann tatsächlich ein Schaffner (Mist!). Ich hab ihm mein Dilemma erklärt und er meinte, dass es 35 Euro mehr kostet, wenn man eine Karte im Zug kauft. (Nett ausgedrückt für Schwarzfahrerstrafe.) Ich erkläre ihm also nochmal, dass es ja nicht meine Schuld ist, dass ich das Ticket ja kaufen wollte, aber nicht konnte! Da fragt er mich, ob ich Geld dabei habe - was ich bejahte, wo ich hin will - zum Flughafen, wo ich hinfliege - nach England, ob ich gedenke zurückzukommen - nein danach gehts nach Portugal. Daraufhin meint er: ok. Ich krame also meinen 10 Euro-Schein raus, aber den will er nicht. Da war ich erstmal bissl verwirrt. Er sagte dann, dass er mich ohne Fahrschein fahren lässt, wenn das nicht noch einmal vorkommt! Das hab ich dann überhaupt nicht mehr kapiert. Soviel Aufregung am frühen Morgen! Das Dumme war, dass ich umsteigen musste. Glücklicherweise stand der Schaffner des nächsten Zuges gleich am Bahnsteig, ich konnte ihn also fragen, wie das ist, bevor ich einsteige. Der hat zwar auch etwas grimmig geguckt, aber nachdem auch er sich vergewissert hat, dass ich in absehbarer Zeit keinen Fuss mehr auf niederländischen Boden setzen werde, durfte ich auch in diesem Zug 'legal schwarzfahren'. (Das soll jetzt keine Anleitung gewesen sein!)

Dann ging es weiter nach London und Wales. Was da so alles passiert ist, gibts im nächsten Eintrag.

Samstag, 17. Oktober 2009

Schnief

Wie ist es nur möglich, bei sommerlichem Wetter (mitteleuropäisch sommerlich) eine Erkältung zu bekommen? Naja, ich hab da so einen Verdacht. Viele Leute um mich rum sind grade krank und weil man sich ja nicht immer ausgrenzen kann, dachte ich, diesmal bin ich 'mainstream'. So und nu hab ich das Gefühl, mein Kopf ist mindestens so groß wie ein Medizinball, aber mit Helium gefüllt. Also eher so ne Art Radiosondenballon... Zum Glück wache ich nachts auf, kurz bevor ich ersticke. Ich hab mir nämlich irgendwann angewöhnt auch bei Schnupfen nicht durch den Mund zu atmen, weil man sonst am nächsten Tag gleich noch Husten dazubekommt.

Was gibts sonst neues? Also mein neuer kleiner Super-Koffer ist schon fast fertig gepackt. Da es meinen Auswanderungskoffer ja letztens entschärft hatte, hab ich mir einen neuen zugelegt. Der hat Handgepäckmaße und wenn ich das nächste Mal auf ne Konferenz fahre, brauch ich kein Extragepäck einzuchecken. Das ist schon praktisch. Und der Koffer hat sogar eine gepolsterte Laptoptasche drin.

Heut Abend gibts nochmal eine kleine Party. Meine Mitbewohnerinnen (Adriana und Mércia) kochen und ich hab heut früh mal wieder (auf vielfachen Wunsch) Zupfkuchen gebacken. Adriana zieht leider nächsten Monat wieder aus. Das ist ganz schön schade, weil sie endlich mal jemand war mit dem wir uns supergut verstanden haben. Aber irgendwie bleibt das dritte Zimmer nie lange vergeben. Ehrlich gesagt, würde ich da auch nicht drin wohnen wollen... Aber das ist schon bissl belastend. Immer wieder neue Leute die ein- und wieder ausziehen. Und Leonor fragt uns nie nach unserer Meinung. Die nächste Mieterin zieht schon morgen ein und wird die zwei Wochen bis Monatsende auf der Couch im Wohnzimmer schlafen. Das ist auch blöd und hat schon zu Diskussionen mit Leonor geführt. Jetzt hängt der Haussegen schief. Falls es ganz blöd kommt, werden Mércia und ich umziehen. Aber ich hoffe mal, dass das nicht notwendig ist.