Sonntag, 29. November 2009

Typisch deutsch

Wir haben gestern in den ersten Advent reingefeiert. Also jedenfalls fast. Die Gäste unserer Christmas-Party sind kurz vor Mitternacht gegangen. Aber wir haben schließlich schon um 5 angefangen mit feiern. Mércia und ich sind voher nochmal losgezogen und haben einen Weihnachtsbaum geklau.... ääääh.... gekauft! (Sorry, für das unscharfe Bild, ich kanns nicht besser...)

Damit ihr mal ein Bild bekommt, von den Leuten, mit denen ich hier zu tun habe: da waren Mércia, meine Lieblingsmitbewohnerin (Brasilien/Schweiz), Leonor, meine Vermietrin (Portugal), Liliana mit Mann Victor und den zwei Jungs Gabriel und Victor junior (Chile), Miguel (Mexiko), Patrício (Argentinien) und Matias (Kolumbien). Es war also fast ganz Südamerika vertreten. Und ich lerne eher Spanisch als Portugiesisch. Spanisch ist auch sehr viel einfacher zu verstehen, wenn man ein paar Grundkenntnisse in Portugiesisch besitzt.

Ok, zurück zur Party: Ich hab Glühwein gemacht, weil das ja typisch ist für deutsche Weihnachten. Hat auch allen sehr gut geschmeckt - haben sie jedenfalls gesagt. Naja, aber alle geworden ist er auch.

Nicht so gut angekommen ist da Leonors typisch portugiesisches Überraschungsbrot. Das ist ein ausgehöhltes Brot mit einer Füllung aus Wurst, Speck, Käse und Gewürzen. Dabei wird die Brotkrume nicht mit verwendet. Wenn ihr mich fragt, eine nicht so leckere Vorstellung. Da ich sowieso kein Wurstfan bin, hats mir auch nicht geschmeckt. Nachdem ich das erste kleine Stück probiert hatte, hab ich bei der zweiten Austeilrunde abgelehnt. Da wollte Leonor wissen, ob es mir nicht schmeckt. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich nicht gerne Wurst esse und deshalb nicht noch mehr möchte. An der Stelle hat Mércia, die neben mir saß, unter dem Tisch gegen mein Bein getreten. Und das, obwohl ich doch so diplomatisch war! Die anderen haben alle mehr davon genommen. Als Leonor dann aber kurz darauf Victor abholen gefahren ist, kam raus, dass diese portugiesische Spezialität keinem geschmeckt hat!
Na wenigstens war ich ehrlich genug, um nicht noch mehr davon essen zu müssen. :) Aber so ist das hier. Die Leute sind lieber höflich als ehrlich. Schlimm find ich da allerdings, dass sie sich hinter dem Rücken des Betreffenden dann trotzdem drüber auslassen. Aber irgendwie fand ichs auch lustig, als Patrício ein besonders großes Stück an Victor ausgeteilt hat, der ja später kam. Und zwar damit Leonor nicht merkt, dass wir in ihrer Abwesenheit nicht mehr davon gegessen haben. Außerdem haben Patrício und Matias versucht, den beiden Jungs möglichst viel anzudrehen, während Leonor und Liliana Victor abgeholt haben. Allerdings haben die sich auch nicht drauf eingelassen.

Nach dem Essen gab es dann Geschenke. Jeder sollte etwas kleines mitbringen und dann wurden der Name des Beschenkten gezogen. Da man aber vorher nicht weiß, wem man etwas schenkt, ist es schwer, ein gutes Geschenk zu finden. Da Mércia und ich gemeinsam einkaufen waren, wusste sie, was ich gekauft hatte und hat sich gewünscht, dass ich ihren Namen ziehe. Und so war es dann tatsächlich. Mércia ist jetzt stolze Besitzerin einer 3-fach Verteilersteckdose. Das ist ja wirklich etwas, was jeder braucht. Miguels Kommentar dazu: 'Germans are so practical.' :)
Patrício hat meinen Namen gezogen und mir eine Flasche Wein geschenkt. Naja.... Da am Ende aber nur noch Gabriel mit seinem Geschenk und seinem eigenen Namen übrig war, hat er sein Geschenk mit Victor gegen Schokolade getauscht und ich widerum meinen Wein mit Victor gegen Gabriels Geschenk. Es waren Stifte, ein A5-Block, Aufkleber und ein Jojo. Die Aufkleber hab ich mit Mércia geteilt, weil ihr Geschenk ja doch sehr nüchtern war.... Außerdem hab ich ihr das Jojo gegeben, weil sie einst bei Olympia im Jojo-Spielen teilgenommen hat ;)

Kommentare:

  1. Das ist sooo toll, dass ihr da so viele unterschiedliche Nationalitäten gewesen seid. Was machen die denn alle in Portugal? Sind das auch Wissenschaftler? Habt ihr Euch mehr auf Spanisch unterhalten als auf Portugiesisch und Englisch?

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  2. Die offizielle Sprache des Abends war Spanisch. Die meisten sind über ein Austauschprogramm für ein Jahr oder so in Portugal.

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