Dienstag, 12. Januar 2010

Wasser aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen

Die Woche ist erst zwei Tage alt und trotzdem ist so viel passiert, dass ich das erstmal hier niederschreiben muss. Ich fange am besten am Montag an.
Also Montag früh war ich bei der Post. Die Vorgeschichte dazu: Als ich am Freitag hier ankam hab ich eine Päckchen-Benachrichtigungskarte für mich vorgefunden. Letzten Dienstag hatte ich nämlich ein Paket an mich selbst geschickt, um meinen Koffer etwas zu entlasten. Es hat mich allerdings etwas gewundert, dass das so schnell ging. Am Sonntag hab ich mir die Karte nochmal genauer angeguckt und dabei bemerkt, dass das gar nicht mein Paket war! Absender: Alfred Ritter (Na, klingelts?). Alfred Ritter ist der Oberboss von Ritter Sport! Haha! Die machen Schokolade. ;) Letztes Jahr hab ich ja selber noch Sammelpunkte gesammelt. Die waren auf den Schokitafeln drauf und man konnte die Punkte dann gegen ein Ritter Sport T-Shirt eintauschen. Dieses Jahr hatten zwei sehr liebe Menschen zuviele Sammelpunkte für den Eigenbedarf und haben mir ein T-Shirt mitbestellt. Möglicherweise hat ja einer von beiden die Bestellung direkt an mich schicken lassen...? Nun, zurück zum Montag.
Also Montag früh war ich bei der Post. Hab mein Päckl abgeholt und um die Vorfreude noch ein bisschen mehr auszukosten, bin ich erstmal arbeiten gegangen und hab das Päckchen ungeöffnet daheim gelassen.
Auf dem Weg zur Arbeit auf der nächsten Querstraße sprudelte zwischen zwei Pflastersteinen das Wasser hervor. Es hatte am Abend vorher und die Nacht über geregnet, aber diese Quelle konnte nicht davon stammen. Mein erster Gedanke war: Wasserrohrbruch; mein zweiter: es war nicht unter Null Grad; mein dritter: gut, dass wir noch fließendes Wasser hatten zu Hause. Mittags komm ich auf dem Weg von der Arbeit an einem großen Loch, ein paar Leuten mit Schaufeln und einem Bagger vorbei. Das Problem wurde also immerhin schonmal erkannt. Ich komm nach Hause, will mir die Hände waschen und aus dem Wasserhahn kommt es nur noch getröpfelt. Manchmal ist mir nach schreien zumute...
Leonor war da grad da um mir die letzte Wasser- und Stromabrechnung zu erklären, die winterlich hoch war. Mit schreien wars also nix. Aber ich hatte ja glücklicherweise noch das geheimnisvolle Päckl! (jetzt hab ich euch aber auf die Folter gespannt, was? hihi)
In dem Päckl waren 8 Tafeln Bio-Ritter Sport, die ich bei einem Gewinnspiel gewonnen hab. Juhu :) Das hat mich wieder aufgebaut! Ich hab sie auch schon probiert, ist sehr lecker. Aber einen Unterschied zu normaler Schokolade kann ich nicht entdecken.

Heute ist der zweite Dienstag im Monat. Das heißt, es ist Markttag. Die Zigeuner kommen in ihren Kleintransportern angefahren, bauen Stände auf (auf dem Platz vor meinem Fenster) und machen dabei natürlich auch mächtig Krach - so ab halb 6. Heute wurde ich aber unerwarteterweise von meinem Wecker geweckt. Ein Blick aus dem Fenster: der Platz ist voller Kleintransporter, aber keiner hat seinen Stand aufgebaut. Es gießt wie aus Eimern und der Platz ist ein einziges Schlammloch. Als ich auf Arbeit gehe, gießt es wie aus Eimern und die Zigeuner sitzen unschlüssig in ihren Autos oder stehen unschlüssig daneben. Der Markt-Wachdienst ist auch schon da und läuft Runden um den Platz, um warm zu bleiben.
Ich bin auf Arbeit und es gießt wie aus Eimern. Aber plötzlich merkt man, dass alles vorher nur ein leichtes Tröpfeln war. Ich kann die Bäume vor dem Fenster nur noch erahnen und plötzlich fängt es auch im Büro an zu regnen. Nicht ganz so stark wie draußen, aber doch irgendwie... hmm... lästig. Meine lieben Kollegen haben mir geholfen, meinen Schreibtisch zu verschieben (ich war die einzige, die es wortwörtlich getroffen hat). Anschließend haben wir der Chefin Bescheid gesagt und nun müssen wir erstmal - na, wer kann sichs denken? - abwarten. Als der Regen draußen dann wieder in die normale es-schüttet-wie-aus-Eimern-Intensität übergegangen war, hat es auch im Büro wieder aufgehört zu regnen.
Als ich von der Arbeit zum Mittagessen nach Hause gehe, sind alle Zigeuner verschwunden. Das war ihnen wohl zu viel Regen am Arbeitsplatz...

Was Gutes gab es aber heut doch noch zu berichten: Ich bin doch grad krank (also das ist noch nicht das Gute). Und da ich vor Husten und Schnupfen die letzte Nacht kaum geschlafen habe (auch nicht gut), bin ich nach der Arbeit zur Apotheke gegangen und hab mir Medikamente geben lassen. Das Gute daran ist, dass ich sogar die Erklärung der netten Apotheken-Frau verstanden hab, wie und wann ich was einnehmen muss. Das war toll :)

Kommentare:

  1. Hi Jana - hab dich eben abonniert und auch bei uns im forum verlinkt:
    http://www.portugallierforum.de/showthread.php?p=11886#post11886

    weil soooo schöne geschichten sollen viele leute lesen.
    vielleicht magst du ja bei uns vorbeischauen:
    www.portugallierforum.de

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  2. Ab jetzt lese ich mit...quasi über die Schulter. Also bitte weiterschreiben.
    Gruß von OScAR

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  3. Kann Dich ja auch zu einem Gegenbesuch einladen auf http://reise-splitter.blogspot.com/

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  4. Als ich vorgestern einen Blick auf die Wettermodelle warf, hab ich gleich an Dich gedacht, als ich sah, wie viel Regen es in den nächsten Tagen bei Euch geben würde... Oh je. Liebe Jana, ich denk an Dich und ich hoffe, Du hast genügend trockene Handtücher und auch bald wieder Wasser in der Wohnung - allerdings nur aus dem Wasserhahn!!!
    LG aus Norderstedt,
    Kate°

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  5. Oho, internationales Interesse! ;) Ich werd natürlich weiter schreiben. Und die Geschichten erzählen nur das, was ich hier jeden Tag so erlebe...

    @Kate°: Morgen lässt es zum Glück erstmal bissl nach. Da lohnt es sich dann, die Pfützen unter den Fenstern wegzuwischen... ;)

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